Berlin - Die Berliner Corona-Warnampel wird überarbeitet. Bei der Senatssitzung am Dienstag legt die Gesundheitsverwaltung einen Vorschlag vor, wie die Ampel an die veränderte Pandemiesituation mit deutlich mehr Geimpften angepasst werden kann. Bei den Indikatoren sollen voraussichtlich weiterhin die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen und der Anteil von Covid-Patienten auf Intensivstationen berücksichtigt werden. In der Überlegung ist, auch die sogenannte Hospitalisierung einzubeziehen, also den Anteil der Covid-Patienten, der stationär im Krankenhaus behandelt werden muss.

Aus den Daten dieser drei Indikatoren lässt sich nach Einschätzung von Experten besser als bisher die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems ablesen. Der Senat will über das Thema beraten und voraussichtlich auch entscheiden.

Senat berät über Quarantäne-Regelung in Kitas und Schulen

Auf der Tagesordnung stehen noch weitere Themen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Dazu gehört die umstrittene Frage, ob die Quarantäneregeln bei Coronafällen in Kitas und Schulen geändert werden sollen. Die Berliner Gesundheitsämter wollen künftig nur noch Kinder und Jugendliche mit einem positiven PCR-Test in eine 14-tägige Quarantäne schicken, wie am Freitag bekannt wurde.

Kontaktpersonen außerhalb der engsten Familie würden dann nicht mehr ermittelt. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sieht das kritisch. Stattdessen gibt es Überlegungen, die Quarantäne für Kontaktpersonen von 14 auf 5 Tage zu verkürzen.

Außerdem soll die Berliner Infektionsschutzverordnung an eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin angepasst werden: Es hat vor rund zehn Tagen das generelle Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt (Az.: VG 14 L 467/21). Danach dürfen entsprechende Veranstaltungen ausschließlich für geimpfte und genesene Personen in Clubs und Diskotheken nicht mehr untersagt werden.