BerlinBei einer Fahrraddemonstration sind Demonstranten von der Polizei daran gehindert worden, Plakate und ein Banner an zwei Brücken anzubringen. „Zwei Frauen haben sich während der Demonstration an der Spinner-Brücke abgeseilt“, sagte ein Sprecher. Die Polizei leitete ein Strafermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ein. An einer weiteren Brücke wollten 15 Demonstranten Plakate anbringen, hieß es – die Polizei verhinderte die Aktion eigenen Angaben zufolge.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte das sogennante Demobündnis für den Klimaschutz aus Organisationen wie Changing Cities und Ende Gelände. Mehrere Hundert Menschen fuhren gegen den Ausbau von Autobahnen und für die Einhaltung der Pariser Klimaziele über die A100 zum Dreieck Funkturm. Von dort aus wollten die Teilnehmer gemeinsam mit einem weiteren Fahrradkorso, der an der Glienicker Brücke in Potsdam gestartet war, über die Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) zum Kohlekraftwerk Reuter West fahren.

Die A100 war am Vormittag wegen der Aktionen abschnittsweise gesperrt, wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) auf Twitter mitteilte. Die A115 war mittags noch wegen der zweiten Fahrraddemonstration gesperrt. Die Organisationen sprechen sich für die Einhaltung der Pariser Klimaziele und damit die Beschränkung der Erderwärmung auf 1,5 Grad aus. Eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik sei aktuell weder bundesweit noch in Berlin in Sicht, hieß es von den Demonstranten. Bereits am Freitag demonstrierten Umweltschützer vor dem Brandenburger Tor.