In Berlin sind zwölf Schilder der Jüdenstraße mit weißer Farbe übermalt worden. Wie das Bezirksamt Spandau mitteilt, entdeckten Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) die übermalten Straßennamenschilder in der vergangenen Woche. Ein antisemitisches Motiv sei nicht auszuschließen, hieß es.

Die Entstehung der Jüdenstraße geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Die Straße erhielt ihren Namen wegen der in diesem Bereich lebenden jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner. Die Straße, an der die erste Spandauer Synagoge stand, wurde im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten in Kinkelstraße umbenannt. 2002 wurde sie wieder in Jüdenstraße rückbenannt. An der Fassade des Grundstücks Jüdenstraße 2 befindet sich seitdem eine Gedenktafel, die über die Umbenennung des Jahres 1938 und ihre Hintergründe informiert.

Baustadtrat Thorsten Schatz (CDU) erklärt dazu: „Ein antisemitischer Hintergrund ist leider nicht auszuschließen. Daher haben wir Strafanzeige erstattet. Spandau stellt sich klar gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.“