Das Land Berlin könnte zukünftig den Wasserverbrauch der Haushalte rationieren, um die Grundwasserreserven zu schützen. Wie der Tagesspiegel berichtete, soll die Beschränkung Teil des neuen Masterplans Wasser sein, den der Senat derzeit erarbeitet.

„Wir müssen über Entnahmebegrenzungen zu Niedrigwasserzeiten nachdenken“, sagte Frauke Bathe aus der Senatsumweltverwaltung dem Tagesspiegel am Montagabend im Rahmen der Gesprächsreihe „Wasser bewegt Berlin“ der Stiftung Zukunft Berlin.

Berlin versorgt sich lokal mit Wasser

Der neue Masterplan soll insgesamt 30 Maßnahmen enthalten, um den Wasserverbrauch in Berlin zu senken. So soll die Wasserversorgung auch in langen Trockenperioden sichergestellt werden. Der Masterplan befinde sich derzeit in der Ressortabstimmung mit den anderen Senatsverwaltungen und solle anschließend veröffentlicht werden, sagte Bathe.

Neben einer Senkung des Wasserverbrauchs will der Senat das in und um Berlin vorhandene Wasser besser nutzen. Dafür soll unter anderem Grundwasser künstlich gespeichert und der Regen künftig dezentral aufgefangen werden und nicht gleich im Abfluss verschwinden. Auch eine Fernwasserversorgung soll geprüft werden, falls Berlins Grundwasservorräte aufgrund von Trockenheit zu sehr angezapft würden. Zudem könnten stillgelegte Wasserwerke reaktiviert werden, um die Versorgung zu sichern.

Anders als viele Städte versorgt sich Berlin größtenteils lokal mit Wasser. Rund ein Drittel der nötigen Mengen kommt aus dem Grundwasser. Der Großteil kommt mit zwei Dritteln aus dem Uferfiltrat. Dieses sickert nahe der Berliner Seen in die Brunnen der Berliner Wasserbetriebe.

Die Trinkwasserversorgung in Berlin ist aktuell noch gesichert. Allerdings sind Experten aufgrund von immer häufiger auftretenden langen Trockenperioden in Sorge.