Berlin und Brandenburg kooperieren bei Versorgung erkrankter Kinder

Wegen Personalmangels in Kliniken sei die aktuelle Lage „sehr angespannt“, so Grünen-Politikerin Ursula Nonnemacher. Sie spricht sogar von einer „akuten Krisensituation“.

Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind.
Ein Arzt untersucht in einer Kinderklinik ein Kind.dpa/Sebastian Gollnow

Angesichts der derzeit hohen Zahl von Kindern mit Atemwegserkrankungen haben Berlin und Brandenburg ihre enge Zusammenarbeit betont. „Ähnlich wie bei Corona werden bei Bedarf Kliniken länderübergreifend angefragt und Patientinnen und Patienten gegenseitig aufgenommen“, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher am Montag laut einer gemeinsamen Mitteilung mit Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote.

Die Grünen-Politikerinnen forderten eine bessere Finanzierung der Kinderkliniken durch den Bund. Wegen Personalmangels in Kliniken sei die aktuelle Lage „sehr angespannt“. Die Rede war von einer „akuten Krisensituation“.

Nonnemacher zufolge ist es daher notwendig, auch Personal aus Erwachsenenstationen auf Kinderstationen einzusetzen. Gote sagte, Kinderkliniken würden weniger dringende Eingriffe möglichst verschieben. Durch die Häuser geprüft werde auch die Inbetriebnahme von aktuell mangels Personal nicht betriebenen Betten, etwa durch den Einsatz von Teams aus Erwachsenen- und Kinderkrankenpflege. Ähnlich hatte sich am Montag bereits Armaghan Naghipour, Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses geäußert.

Synzytial-Virus verursacht viele Infektionen bei Kindern

Eine von Krankenhäusern und Rettungsdiensten genutzte webbasierte Anwendung soll laut Mitteilung nun eine spezielle Ergänzung bekommen: damit schneller sichtbar sei, wo noch freie Intensivbetten für Patienten mit RSV zur Verfügung stehen. RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Der Erreger verursacht derzeit in Deutschland und anderen Ländern viele Infektionen bei Kindern. Im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen waren diese zeitweise ausgeblieben.

Es kann sich um eine einfache Atemwegsinfektion handeln, aber auch schwere Verläufe bis hin zum Tod sind möglich. Als Risikopatienten gelten zum Beispiel Frühgeborene und Kinder mit Lungenvorerkrankungen.