Berlin - Das Land Berlin beendet für Menschen unter 65 Jahren die Wahlfreiheit bei den Corona-Impfstoffen. Dies berichten der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Tagesspiegel. Bislang hatten Berlinerinnen und Berliner die freie Wahl zwischen den Vakzinen von Biontech und Moderna. Mit Ankunft des dritten Impfstoffs von Astrazeneca soll es nun keine bedingungslose Wahlfreiheit mehr geben: Menschen zwischen 18 und 65 Jahren erhalten nur noch das Astrazeneca-Vakzin.

Die unterschiedlichen Impfzentren würden zwar auch weiterhin unterschiedliche Impfstoffe anbieten, zitiert der RBB die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Aber Impfstoffe, die nur für Menschen zwischen 18 und 65 Jahren empfohlen würden, sollten auch vorrangig für diese Personengruppe genutzt werden. Laut Kalayci sind Bedenken über die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs unbegründet. Bislang habe man in Berlin rund 6300 Menschen mit dem Vakzin geimpft.

Auch der Virologe Christian Drosten hält grundsätzliche Bedenken gegen den Astrazeneca-Impfstoff für übertrieben und ist für einen breiten Einsatz des Präparats. Er sehe keine Veranlassung, das Vakzin aus schwedisch-britischer Produktion in Deutschland nicht zu spritzen, hatte der Charité-Virologe im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag gesagt. Wenn er sich die öffentliche Diskussion um diesen Impfstoff anschaue, habe er den Eindruck, dass vieles falsch verstanden worden sei. Der Astrazeneca-Impfstoff wird in Berlin derzeit im Impfzentrum in Tegel verabreicht, außerdem in Krankenhäusern für das Personal.