Athens/Georgia - Sie sind nachtaktiv, leben unter der Erde und haben einen ziemlich lustigen Namen: Taschenratten. Jetzt hat ein Forscherteam aus den USA herausgefunden, dass die kleinen Nager leuchten, wenn sie mit UV-Licht angestrahlt wurden.

Taschenratten leben im Südosten der USA, können – je nach Art – bis zu 30 Zentimeter lang werden und haben lange kräftige Vorderzähne. Auf den ersten Blick ähneln sie ein bisschen einem Biber. Ihren Namen tragen sie, weil sie in ihren Backentaschen Nahrung horten. Auch das kennt man von anderen Tieren, etwa dem Hamster.

Insgesamt gibt es 40 Arten. Bei einer dieser Spezies, der Südöstlichen Taschenratte (lateinisch: Geomys pinetis), wurde nun eine Form der Biolumineszenz entdeckt, wie ein Team um den Wissenschaftler Dr. Justin Pynne von der University of Georgia berichtet. Veröffentlicht wurde die Entdeckung im Fachblatt The American Midland Naturalist.

Als Biolumineszenz bezeichnet man die Fähigkeit von Lebewesen, aus eigener Kraft zu leuchten. 

Dass auch Säugetiere und Vögel leuchten können, war bekannt. Ebenso weiß man schon lange, dass vor allem Insekten (Glühwürmchen), Pilze, Bakterien oder Tiefseefische Licht speichern und abgeben.

Dr. Justin Pynne erforscht seit Jahren das Bioleuchten von Säugetieren, beschrieb es unter anderem schon bei Flughörnchen. Sein einfacher Trick: Er leuchtet seine Beobachtungsobjekte mit einer UV-Lampe an und guckt, was passiert.

Bei den Taschenratten dokumentierten er und sein Team das Zurückstrahlen bei vier verschiedenen Arten von toten Museums-Taschenratten ebenso wie in freier Wildbahn an der Südöstlichen Unterart. Die Museumsexponate lagern in der zoologischen Sammlung der University of Georgia.

In einem satten Orange würden die Tiere dann im Dunkeln leuchten, nachdem sie mit UV-Licht in Berührung gekommen waren, berichten die Wissenschaftler. Nur leider haben sie keine Erklärung, warum das so ist. Denkbar wäre, dass die Taschenratten so Feinde abschrecken. 

Möglich ist auch, dass die Tiere durch ihr Leuchten miteinander kommunizieren oder dass sie sich untereinander so besser erkennen. Bei Glühwürmchen beispielsweise ist es Teil des Vorspiels, sozusagen: Sie locken durch ihre Leuchten potenzielle Sexpartner an.