In geschlossenen Räumen sind 750 Teilnehmer erlaubt.
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BerlinBei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagspartys müssen die Gastgeber in Berlin künftig ein Hygienekonzept vorlegen. Das gilt ab einer Größe von 50 Teilnehmern und zwar für Veranstaltungen drinnen wie draußen. Es muss zum Beispiel dafür gesorgt werden, dass die Abstandsregel von 1,50 Meter eingehalten wird. Sich darüber keine Gedanken zu machen, das gehe nicht mehr, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci.

Die Gastgeber müssen auch sicherstellen, dass sich die Kontakte nachverfolgen lassen, wenn einer der Gäste positiv auf Covid-19 getestet werden sollte. An der Obergrenze für solche Veranstaltungen ändert sich dagegen nichts. Sie liegt aktuell bei 750 Teilnehmern in geschlossenen Räumen und bei 5000 im Freien. Sie setze voll auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, sagte Kalayci. Es könne aber auch zu Hause kontrolliert werden, wenn es Informationen gebe, dass sich jemand nicht an Regeln halte.

Verschärft wurden die bisherigen Regelungen mit Blick auf Gaststätten. Sie galten nicht für geschlossene Gesellschaften, also etwa bei Hochzeitsfeiern. „Deswegen haben wir das jetzt glatt gezogen“, sagte Kalayci. Alle Regeln gelten entsprechend nun auch in diesem Fall, also etwa die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, solange man nicht am eigenen Platz sitzt.

Schärfere Regeln gelten außerdem für die Gaststätten in Berlin. Die Pflicht zur Erfassung von Gästedaten besteht künftig nicht nur für die Innenräume, sondern auch für die Außengastronomie. Und nicht nur die Betreiber müssen sich daran halten, sondern auch die Gäste: Sie sind nun verpflichtet, vollständige und wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Machen sie das nicht, droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro. Die Kontaktnachverfolgung sei ein Thema, „wo wir viel Nachlässigkeit beobachten“, sagte Kalayci. Sie hoffe darauf, dass sich das bessere und sich Gaststättenbesucher nicht mehr als „Mickey Mouse“ in den Unterlagen eintragen. Die Gastwirte müssten stärker darauf achten.

Die neuen Regelungen sollen nach Angaben der Gesundheitsverwaltung am Sonnabend in Kraft treten, die geänderte Infektionsschutzverordnung wird voraussichtlich am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht.