Berlin - Im Tarifstreit zwischen den Tochtergesellschaften des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes und der Gewerkschaft Verdi ist es am Samstag zu keiner Annäherung gekommen. Die Gespräche sollen kommende Woche fortgesetzt werden, allerdings werde der Streik parallel dazu wieder aufgenommen, sagte Verdi-Sprecher Ivo Garbe am Samstagabend. Für das Wochenende war der Ausstand bei den Vivantes-Töchtern, zu denen unter anderem medizinische Versorgungszentren, Wäscherei und Speiseversorgung gehören, ausgesetzt worden.

Verdi möchte für die Beschäftigten der Konzern-Töchter eine Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) erreichen. Noch liegen die Entgelte darunter. Nach sieben Monaten habe der Konzern aber kein konkretes Angebot vorgelegt, auch nicht für einen Stufenplan, sagte Garbe.

Vivantes wiederum sprach von einem verbesserten Tarifangebot. Es enthalte wesentliche Aspekte des Modells, das für die Charité-Tochter CFM bereits in einer Schlichtung erzielt worden sei. Ein Bestandteil sei auch eine Perspektive zur Tarifangleichung, hieß es.

Verhandlungen betreffen rund 1250 Beschäftigte

Die Arbeitgeberseite appellierte an Verdi, auch für die Vivantes-Töchter eine Schlichtung zu ermöglichen. Die Verhandlungen beträfen rund 1250 Beschäftigte. Die Mehrkosten für die Einführung des TVöD in den Tochtergesellschaften liege bei dauerhaft 35 Millionen Euro pro Jahr. Verdi lehne eine Schlichtung zum jetzigen Zeitpunkt ab, sagte Garbe.

Nicht unterbrochen wurde der Streik unterdessen an den Vivantes-Mutterhäusern, zu denen neun Berliner Kliniken gehören, und an der landeseigenen Uni-Klinik Charité. Krankenhausmitarbeiter sind in allen landeseigenen Häusern am 7. September in einem unbefristeten Streik getreten. Sie setzen sich für einen Entlastungstarifvertrag ein, der unter anderem die Personaldichte auf den Stationen erhöhen soll. Die Charité ist Deutschlands größte Uniklinik. Dort wurden wegen des Streiks unter anderem planbare Operationen verschoben. Eine Notfallversorgung ist gesichert.