Ein erheblicher Teil der öffentlichen Notwasserbrunnen in Berlin könnte gar nicht genutzt werden: Von 2979 der sogenannten Straßenbrunnen sind nur 1614 funktionstüchtig. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die meisten Notwasserbrunnen gibt es mit 259 im Bezirk Tempelhof-Schöneberg (funktionstüchtig: 225), die wenigsten mit 91 in Lichtenberg (funktionstüchtig: 79).

Trinkbrunnen, an denen Menschen in Berlin zum Beispiel ihre Wasserflasche auffüllen können, gibt es stadtweit rund 200. Die Notwasserbrunnen mit Schwengelpumpe zum Beispiel an Bürgersteigen sind damit allerdings nicht zu verwechseln: Sie sollen unter anderem die Möglichkeit bieten, sich zu versorgen, wenn im Haushalt etwa in einem Katastrophenfall das Wasser ausfällt.

Im Krisenfall: Wasserbetriebe sichern Versorgung durch mobiles Trinkwasser

Die Kapazitäten der Notbrunnen sind nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Umwelt und Verbraucherschutz allerdings zu gering, um die städtische Wasserversorgung im Krisenfall zu gewährleisten. „Der vorhandene Bestand wird als nicht ausreichend bewertet“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage des Grünen-Abgeordneten. „Im Krisenfall sichern die Berliner Wasserbetriebe die Wasserversorgung je nach Szenario durch leitungsgebundene sowie mobile Trinkwasserversorgung.“

Verschiedene Szenarien, die zu Ausfällen der Trinkwasserversorgung führen könnten, seien Bestandteil von Katastrophenschutzkonzepten und entsprechenden Maßnahmenplänen, heißt es in der Antwort der Senatsverwaltung. Für die Notbrunnen sind Bund und Land zuständig, für die Trinkbrunnen die Berliner Wasserbetriebe.