Berlin In Berlin steht der Start der Impfungen gegen das Coronavirus unmittelbar bevor. Die EU-Kommission erteilte dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die bedingte Marktzulassung. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte das zuvor am gleichen Tag empfohlen. Damit ist der Weg frei für Massenimpfungen, die vor einer Infektion mit dem Virus schützen sollen, auch in der Hauptstadt, in der bereits mehr als 1000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Die Vorbereitungen auf den Impfstart laufen seit langem.

Wann starten die Impfungen in Berlin?

Los geht es bundesweit am Sonntag (27. Dezember), auch in Berlin. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat angekündigt, dass als erstes die Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden. Sie gelten als besonders gefährdete Gruppe.

Wer wird am Anfang noch geimpft?

Bereits in der Anfangsphase sollen auch die Mitarbeiter der Pflegeheime möglichst früh geimpft werden sowie ältere Menschen über 80 Jahre, die nicht in Pflegeheimen wohnen. Letztere bekommen in Berlin schriftlich eine Einladung in eines der Impfzentren und können dann einen Termin vereinbaren. Pro Person sind zwei Impfungen vorgesehen, jeweils mit mehreren Wochen Abstand.

Wo werden die Pflegeheimbewohner geimpft?

Zu den Bewohnern der Pflegeheime kommen 60 mobile Impfteams, die ab Sonntag in der gesamten Stadt im Einsatz sein sollen. Die Einsatzzentrale hat am früheren Flughafen Tegel ihren Platz. Jedes Team kann täglich rund 50 Personen impfen. Die Bundeswehr unterstützt die mobilen Teams und stellt beispielsweise die Fahrer für die Kleinbusse, die die Teams durch Berlin transportieren.

Was ist mit den Impfungen für andere Gruppen der Bevölkerung?

Für die Massenimpfungen hat Berlin außerdem sechs Impfzentren eingerichtet, die im neuen Jahr zunehmend für die Impfungen etwa der Pflegekräfte und der über 80-Jährigen genutzt werden sollen. Sie sind nach Angaben der Gesundheitsverwaltung alle startbereit. Das größte davon ist mit 80 Impfkabinen die Arena in Treptow. Dort sollen als erstes Impfungen außerhalb der Pflegeheime beginnen. Weitere Impfzentren gibt es in einer Halle auf dem Messegelände, im Hangar 4 auf dem früheren Flughafen Tempelhof, im Velodrom in Pankow, im Erika-Heß-Eisstadion in Wedding und im Terminal C auf dem früheren Flughafen Tegel. In einer späteren Phase sollen Berlins niedergelassene Ärzte die Impfungen übernehmen.  „Wir hoffen, dass dies Mitte des kommenden Jahres der Fall sein wird“, sagt Burkhard Ruppert, Vize-Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin.

Können ältere Berliner ihre Impfberechtigung an jüngere Familienmitglieder übertragen?

Das ist derzeit nicht vorgesehen, erklärt Marie Sieprath,  Vize-Landeschefin des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA). „In der jetzigen Phase gilt es vorrangig, mit den Impfungen die älteren Menschen vor einer Infektion zu schützen, da für diese Personengruppe der Krankheitsverlauf schlimmer, sogar tödlich enden kann“, sagte sie der Berliner Zeitung. 

Kostet das Impfen etwas?

Wer sich impfen lässt, muss dafür nichts bezahlen. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund.

Wie viel Impfstoff steht in Berlin zunächst zur Verfügung?

Die Gesundheitsverwaltung hat mitgeteilt, dass Berlin am Sonnabend zunächst 9750 Impfdosen von Biontech erhalten soll. Am Montag folgen 19.500 weitere, zwei Tage später noch einmal 29.500. Insgesamt sind für Dezember knapp 59.000 Impfdosen für Berlin vorgesehen. Ab Beginn 2021 werden dann wöchentliche Lieferungen von 29.750 Impfdosen erwartet. Der Impfstoff komme leider nur nach und nach, sagte Kalayci. Das macht die mittelfristige Planung schwierig.

Gibt es genügend Personal fürs Impfen?

Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin stehen genügend Ärztinnen und Ärzte für die Impfungen zur Verfügung. Bis einschließlich 12. Januar seien alle Dienste in den mobilen Impfteams, die zunächst die Pflegeheime anfahren, sowie in den Impfzentren besetzt, teilte die KV mit. Vom 27. bis zum 30. Dezember sollen demnach täglich 90 Ärztinnen und Ärzte in den mobilen Impfteams und im Impfzentrum in der Arena in Treptow im Einsatz sein. Ab dem 4. Januar stehen den Angaben zufolge täglich 180 Ärztinnen und Ärzte für die Impfzentren sowie 29 Ärzte für die mobilen Teams bereit.

Wie schnell geht es mit dem Impfen voran?

Die Gesundheitssenatorin geht davon aus, dass die Impfungen für die Bewohner in den Pflegeheimen bis Anfang Februar dauern werden, die der Pflegekräfte bis Mitte Februar. Anfang Januar sollten Einladungen an die über 80-Jährigen verschickt werden, die nicht in Pflegeheimen wohnen, sagte Kalayci im RBB-Inforadio. „Wir hoffen, dass alles gut und reibungslos funktioniert, bitte aber auch um Verständnis, da wir sowas noch nie gemacht haben, dass es vielleicht doch an der ein oder anderen Stelle ein bisschen dauert.“