Berlin - Berlin will noch konsequenter gegen sexistische Werbung vorgehen. Die zu diesem Zweck erstmals im Januar zusammengekommene neue Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung habe seitdem fünfmal getagt und über Beschwerden von Berlinerinnen und Berlinern beraten, wie Eren Ünsal, Leiterin der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung, am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses sagte. Die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten kommen unter anderem aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft.

Bisher sind Ünsal zufolge fünf Beschwerden eingegangen, zwei davon habe die Jury als diskriminierend bewertet und die entsprechenden Unternehmen angesprochen, zwei als nicht-diskriminierend, bei der fünften habe es noch keine Bewertung gegeben. Beschwerden sind über ein Online-Formular möglich. Die Jury prüft sie anschließend auf Grundlage eines Kriterienkatalogs, der sich am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und am Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) orientiert, wie Ünsal erläuterte.

Die Arbeit der Jury soll künftig noch bekannter gemacht werden. Geplant ist unter anderem, zu diesem Zweck noch in diesem Jahr Flyer und Postkarten drucken zu lassen.