BerlinBerlin gründet eine „Landesanstalt für Schienenfahrzeuge“ (LSFB). Sie soll S-Bahn-Züge kaufen, die auf den zur Ausschreibung anstehenden Teilnetzen „Stadtbahn“ und „Nord-Süd“ fahren sollen. Das hat der Senat beschlossen. Das Abgeordnetenhaus muss noch ein Gesetz zur Errichtung der Anstalt erlassen.

Die Gründung ist ein Bestandteil der im Mai vom Senat beschlossenen (und von Eisenbahn-Gewerkschaftern bekämpften) Neuvergabe der beiden Teilnetze. Mit der Gesellschaft erhält Berlin die Möglichkeit, S-Bahn-Fahrzeuge selbst zu erwerben und sie dem künftigen Betreiber des S-Bahn-Verkehrs zur Nutzung zu überlassen.

Das spart laut Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) den Zuschussbedarf für die künftige Verkehrsleistung. Kosten fielen weg, weil das Land Berlin als Träger der Anstalt bessere Finanzierungskonditionen erhalte und eine durch Berlin zu leistende Vorfinanzierung der Fahrzeuge, die der Ausschreibungsgewinner einsetzen will, entfällt. Außerdem mache man sich unabhängig vom Betreiber und seinem Fahrzeugpark.

Im Rahmen der Ausschreibung sollen mindestens 1308 neue S-Bahn-Wagen (327 „Halbzüge“ mit je vier Wagen) für bis zu drei Milliarden Euro beschafft und in Landeseigentum genommen werden. Sollten Neubaustrecken nach Velten, Finkenkrug, Stahnsdorf, Rangsdorf und zur Wasserstadt Spandau wie geplant kommen, können bis zu 852 weitere Wagen (213 Halbzüge) beschafft werden.

Das Land Brandenburg, das ebenfalls S-Bahn-Verkehr beauftragt, beteiligt sich institutionell noch nicht an der Fahrzeuggesellschaft, kann es aber später tun.