Berlin - Die Berliner Ärztekammer hat in ihrer neuen Weiterbildungsordnung Homöopathie gestrichen. Das bedeutet: Homöopathie wird von etwa 34.000 Berliner Ärzten nicht mehr als Zusatzqualifikation geführt. Damit schließt sich Berlin anderen deutschen Ärztekammern an, die Ärzten eine Weiterbildung im homöopathischen Bereich bereits verwehren. 

Ärztekammern und Homöopathen liegen immer wieder im Clinch: So hat eine Brandenburger Gynäkologin und Homöopathin laut dem Portal Medical Tribune gegen den Beschluss der Ärztekammer in ihrem Bundesland geklagt. Dr. Samira Mohamed fühlt sich herabgesetzt: „Auf Kongressen werde ich manchmal von Kollegen belächelt. Das finde ich nicht schlimm. Aber dass sich nun selbst die Kammer gegen die Zusatzbezeichnung gewendet hat, finde ich schon fast rufschädigend“, sagt die Medizinerin. Die Entscheidung der Brandenburger Ärztekammer setze das „Zeichen, dass Homöopathie nur noch von Heilpraktikern praktiziert werde“.

64 Prozent wollen, dass ihr Arzt aufgeschlossen für Homöopathie ist

Einer aktuellen Studie zufolge wollen 66 Prozent der Deutschen in der Apotheke frei zwischen Medikamenten aus der Schulmedizin und der Naturmedizin bzw. Homöopathie wählen können. 72 Prozent lehnen ein Verbot von Medikamenten aus der Homöopathie oder Naturmedizin ab. 60 Prozent ist es wichtig oder sehr wichtig, dass ihr Hausarzt auch ergänzende Medikamente aus Naturmedizin oder Homöopathie für ihre Therapie wählen kann.

Alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie gelten als umstritten: Die wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit fehlen. Die Präparate werden häufig als sogenannte Globuli verabreicht. Dabei handelt es sich um kleine Kügelchen aus Milchzucker, die zudem eine stark verdünnte Substanz enthalten sollen. 

Auf Twitter sind die Reaktionen auf den Beschluss der Berliner Ärztekammer gemischt: „Ich finde Homöopathie nicht verwerflich. Die Schulmedizin sollte auch diese Seite betrachten. Ganzheitliche Medizin für den mündigen Patienten“, schreibt eine Nutzerin. „Endlich mal gute Nachrichten“, lautet ein anderer Kommentar. Globuli-Gegner dürften sich über die Entscheidung freuen, Homöopathie-Befürworter könnten sich weiter von der Schulmedizin entfernen.