Berlin - Der Berliner Aktionskünstler und Bildhauer Ben Wagin ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 91 Jahren, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag bestätigte. Der 1930 in Posen geborene Künstler, der sich 1966 zum Baumpaten ernannte, war besonders für seine künstlerische Beschäftigung mit dem Gingko-Baum bekannt. Tausende davon hatte er gepflanzt oder dafür gesorgt, dass sie gepflanzt werden.

Wagin war zunächst Assistent des Bildhauers Karl Hartung, organisierte aber bald eigene Ausstellungen wie zum Beispiel „Kunst, Diktatur gestern und heute“. Mit seiner Aktionskunst wies er seit den 1950er-Jahren auf die selbstzerstörerische Kraft der menschlichen Kultur hin. Einen Namen hat er sich auch mit seinem „Parlament der Bäume“ im Berliner Regierungsviertel gemacht. Der 1990 errichtete Gedenkort erinnert an die Todesopfer der Berliner Mauer.

„Der Tod meines Freundes Ben Wagin macht mich sehr traurig“, teilte Kulturstaatsministerin Grütters mit. Er sei „der größte und beste Baumpate und ein wunderbares Vorbild für den Schutz von Natur und Umwelt“ gewesen. Viele seiner Aktionen seien nicht nur ein Aufruf zum nachhaltigen und rücksichtsvollen Umgang mit der Natur, sondern ebenso „Appelle für Frieden und Versöhnung“.

„Wo Ben ist, sind Bäume – so könnte man das Schaffen des Künstlers Ben Wagin beschreiben“, schrieb Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) auf Twitter. Seine Arbeiten, wie das Parlament der Bäume, zeugten von einem unruhigen, kreativen Geist, der nie aufhörte, sich einzumischen. „Er wird fehlen“, so Lederer.