Berlin - Am Nachmittag wurde es dem Polizeiboot zu viel. „Die Polizei weist darauf hin, dass Baden im Landwehrkanal nicht unbedingt eine so gute Idee ist“, hallte es per Lautsprecher zu den 50 Schlauchbooten, die am Sonntag in Kreuzberg für die Clubkultur in Berlin demonstrierten. Viele Schaulustige mussten lachen. Auch auf der Spree hallten Bässe von Partybooten in den Treptower Park, wo Spaziergänger die Tanzenden bestaunten. „Kultur ist systemrelevant“ stand auf den Plakaten der geschätzt einigen Hundert Teilnehmenden.

Kein Vergleich zu den Bildern von vor einem Jahr: Im Juni 2020 hatten 3000 Menschen in Gummibooten vor dem Urbanhafen für Clubkultur demonstriert und wegen fehlender Abstände für Kritik gesorgt.

Mittlerweile hat sich die Pandemielage entspannt, sodass am Sonntagmittag mehr Menschen vor dem wiedereröffneten Club der Visionäre Schlange standen, um tanzen zu gehen, als zu Demobeginn an der Oberschleuse zwischen Spree und Kanal warteten.

Die Polizei hatte ohnehin angekündigt, nur die zehn angemeldeten Boote und 300 Teilnehmenden auf den Kanal zu lassen, wo auch Ausflugs- und Paddelboote unterwegs waren. Teilweise wurde Schlauchbooten verwehrt, auf dem Kanal zwischen Kreuzberg, Neukölln und Alt-Treptow zu wassern und sich der Demo anzuschließen. „Schade, dass uns die Leute nicht so unterstützen können“, rief ein DJ per Lautsprecher von einem Boot.

Am Abend war eine Kundgebung an der Insel der Jugend im Treptower Park angesetzt, die um 20 Uhr beendet sein sollte. „Bisher wurden uns keine Zwischenfälle gemeldet“, teilte die Polizei am frühen Abend mit.