Engelbert Lütke Daldrup.
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BerlinIn der schweren Krise der Luftfahrt verschärft die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft ihren Sparkurs. „Wir werden in den nächsten Jahren etwa 400 Arbeitsplätze abbauen“, kündigte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung an. Dies solle sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Bei dem staatlichen Unternehmen werden danach noch 1700 bis 1800 Menschen arbeiten.

Schon vor der Corona-Krise war klar gewesen, dass die Flughafengesellschaft nach der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER Personal abbauen würde. Denn mit Tegel wird im November einer der beiden Flughafen-Standorte aufgegeben.

Nun wird der Sparkurs verschärft. Schon in diesem Jahr sinke die Mitarbeiterzahl um 124, sagte Lütke Daldrup. Zwischen 50 und 60 Millionen Euro würden im Unternehmen eingespart.

Im nächsten Jahr sollen es 200 Millionen Euro sein. Gleichzeitig benötige das Unternehmen für 2021 Hilfe in Höhe von 375 Millionen Euro von seinen Eigentümern, sagte Lütke Daldrup. Das sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

Derzeit fliegen an den Flughäfen Tegel und Schönefeld etwa 30.000 Passagiere am Tag, das sind etwa 25 bis 30 Prozent der Vorjahreszahl. „Wir erwarten zum Herbst eher wieder leicht rückläufige Zahlen“, sagte der Geschäftsführer. Grund seien zunehmende Reisewarnungen und die Entscheidung von Bund und Ländern zu verschärften Quarantäne-Regeln und zum Ende von kostenlosen Corona-Tests an den Flughäfen.