Vor der Französischen Botschaft wurden Blumen niedergelegt.
Foto: Eric Richard

BerlinVor der französischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin haben sich am Sonntagnachmittag rund 100 Menschen versammelt. Sie gedachten des ermordeten Lehrers, der am Freitag in einem Pariser Vorort von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Täter enthauptet worden war.

Die Versammelten, darunter auch Franzosen, legten Blumen vor dem Botschaftsgebäude nieder und stellten Kerzen auf. Abgelegt wurden auch Kinderzeichnungen, etwa ein Herz in den französischen Nationalfarben, sowie ein Schild mit der Aufschrift „Je suis enseignant“ (dt.: Ich bin Lehrer).

Lehrer nahe Paris enthauptet: Entsetzen über die Tat

Die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş sprach zu den Teilnehmern der Kundgebung. „Ich bin entsetzt über diese Tat“, sagte Ateş. Sie sei selbst Muslimin und könne nicht verstehen, dass Menschen im Namen Allahs töten würden. Dieser Hass müsse bekämpft werden.

Mit Blick auf die Versammlung vor der französischen Botschaft in Berlin brachte Ateş ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass nicht 10.000 Menschen gekommen seien, darunter Politiker. 

Ateş äußerte sich auch zu dem Umstand, dass der französische Lehrer ermordet wurde, nachdem er Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte. Man müsse solche Darstellungen nicht mögen, aber jeder müsse das Recht haben, seine Meinung frei auszudrücken.  

Am Sonntagnachmittag hatte sich etwa zeitgleich in Paris eine große Menschenmenge auf der Place de la République versammelt. Mit minutenlangem Applaus gedachten die Versammelten des brutal ermordeten Lehrers.