Kondome (Symbolbild)
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BerlinDas heimliche Abstreifen des Kondoms beim Geschlechtsverkehr mit anschließender Ejakulation ist ein sexueller Übergriff. Das hat das Kammergericht Berlin als erstes deutsches Oberlandesgericht entschieden. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, sei die Praxis des sogenanntes Stealthings dann als sexueller Übergriff zu werten, wenn der Täter das Opfer nicht nur gegen dessen Willen in ungeschützter Form penetriere, sondern im weiteren Verlauf dieses ungeschützten Geschlechtsverkehrs darüber hinaus in den Körper des bzw. der Geschädigten ejakuliere. Wenn es also nicht zu einer Ejakulation kommt, ist die Rechtslage beim Stealthing weiterhin ungewiss.

Der Entscheidung lag folgender Fall zugrunde: Das Amtsgericht Tiergarten hatte einen inzwischen 38-jährigen Bundespolizisten am 11. Dezember 2018 wegen Stealthings zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten und Schmerzensgeld verurteilt. Die Richter hatten das Stealthing als sexuellen Übergriff gewertet.