Berlin - Weil er seine ehemalige Freundin gestalkt und misshandelt haben soll, ist ein 33-jähriger Berliner zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte Mike L. sei der Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Nötigung sowie der Nachstellung schuldig, begründete das Landgericht der Hauptstadt am Montag. Zuletzt habe der Mann seine Ex-Partnerin im April 2020 mit einem Messer bedroht und sie gezwungen, in sein Fahrzeug einzusteigen. Nach einer Fahrt Richtung Ostsee habe er sie im Auto vergewaltigt.

Mike L. soll die etwa zehn Jahre jüngere Frau ab Februar 2020 mehrfach attackiert haben. In einer Wohnung im Stadtteil Neukölln habe er die Geschädigte geschlagen, gewürgt und mit dem Tode bedroht, hieß es weiter im Urteil. Immer wieder habe er der Frau, die sich im Januar 2020 von ihm getrennt hatte, Nachrichten geschickt. Er habe ihre Trennung von ihm nicht akzeptieren wollen und Bedrohungen wiederholt.

Mike L. zwang seine Ex ins Auto und vergewaltigte sie

Im Alltag des Angeklagten habe sich alles auf die Frau und ihre Familie konzentriert, sagte der Vorsitzende Richter. Bei seiner ehemaligen Partnerin hätten die Nachstellungen Schlafstörungen und Ängste ausgelöst. Nach dem ersten gewaltsamen Übergriff in einer Wohnung habe sie ein Kontaktverbot nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt. Um ihn zu „besänftigen“, habe sie allerdings im April 2020 wieder Kontakt zu dem Angeklagten aufgenommen. „Nach Überzeugung des Gerichts ist sie aber nicht freiwillig in sein Auto gestiegen.“

Der Angeklagte hatte teilweise gestanden. Er habe der Frau nachgestellt und sie an einem Tag geschlagen, aber nicht zum Einsteigen in sein Auto gezwungen und vergewaltigt, erklärte er in dem viermonatigen Prozess. Seine Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Die Staatsanwältin hatte neun Jahre Gefängnis gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.