Berlin - Die Jusos Berlin haben am Wochenende beschlossen, dass Schüler ihre Lehrer „endlich duzen“ sollen. Einem entsprechenden Antrag der Neuköllner Ortsgruppe stimmten die Delegierten auf der Landesdelegiertenkonferenz der Jusos im Hotel Estrel fast einstimmig zu, berichtet die Bild-Zeitung. Mit ihrem Votum ist nun die Mutterpartei SPD am Zug. Diese soll die Forderungen ihrer Jugendorganisation umsetzen.

Die Neuköllner Jusos schreiben in ihrem Antrag, dass die Argumente für das Siezen – mehr Respekt und bessere Leistungen – nicht der Wahrheit entsprächen. Als Beispiel nennen sie Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. In den skandinavischen Ländern duzen Schüler ihre Lehrer. In der PISA-Studie 2018 lagen alle vor Deutschland.

Schüler nicht wie „unfertige Erwachsene“ behandeln

Die Kommunikation auf Augenhöhe führe zu einer „entspannteren Lernatmosphäre und einem deutlich besseren Verhältnis zur Lehrperson“. Ein „respektvoller Umgang beiderseits beruht eben nicht auf dem Siezen, sondern auf gegenseitiger Achtung“.

In dem Antrag der Jusos Neukölln heißt es weiter: „Kinder und Jugendliche sollen in ihren Belangen ernst genommen werden und nicht von oben herab, wie ‚unfertige Erwachsene‘ behandelt werden.“