Berlin - Der Berliner Katholikenrat hat die Bund-Länder-Beschlüsse zum geplanten strengeren Lockdown über die Ostertage kritisiert. „Ostergottesdienste sind keine Veranstaltungen wie andere, sie bilden den liturgischen Höhepunkt des Kirchenjahres“, erklärte die Vorsitzende des Gremiums, Karlies Abmeier, am Dienstag.

Digitale Formate könnten dies nicht völlig ersetzen. In allen Gemeinden seien aufwendige Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt worden. Abmeier sprach sich dafür aus, bei den bisherigen Planungen für verkürzte Gottesdienste unter strengen Hygieneauflagen zu bleiben.

Auch die Evangelische Landeskirche kritisiert den strengen Lockdown

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein, erklärte: „Wir nehmen die Bitte wahr, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Es bleiben für uns viele Fragen offen. Für mich wäre es sehr schmerzlich, Ostern nicht mit anderen in einer Kirche feiern zu können“. In den nächsten Tagen sollten Gespräche geführt und das „angemessene und verantwortbare Tun“ abgewogen werden. „Wir sind für die Menschen da. Ostern findet in jedem Fall statt.“

Bund und Länder hatten sich in der Nacht darauf geeinigt, die Religionsgemeinschaften zu bitten, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Bisher waren die Kirchen davon ausgegangen, an Ostern Gottesdienste unter Einhaltung der Corona-Regeln abhalten zu können.

Ostern ist keine Nebensächlichkeit 

Man sei von der Bitte überrascht worden, bekundeten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Ostern sei das wichtigste Fest für die Christen und keine Nebensächlichkeit. „Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten“, stellte Bätzing klar.