Berlin - Durchbruch im Tarifstreit zwischen Verdi und dem landeseigenen Vivantes-Klinikum: Beide Seiten haben sich am Dienstag auf Eckpunkte für einen Entlastungstarifvertrag der Pflegebeschäftigten geeinigt, wie die Klinik und die Gewerkschaft am Nachmittag mitteilten. Der endgültige Tarifvertrag soll bis Ende November ausgearbeitet werden und zum 1. Januar in Kraft treten. Der Streik der Pflegebeschäftigten werde damit beendet, teilte Verdi mit.

Der Streik bei den Tochtergesellschaften von Vivantes geht allerdings weiter. Hier kämpft die Gewerkschaft für eine Angleichung der Tarife an den öffentlichen Dienst. Dazu sollen die Tarifverhandlungen am Donnerstag wieder aufgenommen werden. Vermitteln soll der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

„Mit der Einigung auf die Eckpunkte sind wir unserem Ziel, eine nachhaltige Entlastung der Vivantes-Beschäftigten zu schaffen, einen großen Schritt näher gekommen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike von Gradolewski-Ballin. „Die Einigung wird dazu beitragen, die Gesundheitsberufe attraktiver und die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherer zu machen.“

Konkrete Besetzungsregeln für bettenführende Stationen

Unter anderem hätten sich beide Seiten auf konkrete Besetzungsregeln für bettenführende Stationen geeinigt. „Werden diese unterschritten, erhalten die Beschäftigten sogenannte Vivantes-Freizeitpunkte, die nach einem gestaffelten System in Freizeit oder Entgelt umgewandelt werden können“, teilte die Klinik mit. Zudem sähen die Eckpunkte eine bessere Förderung und Ausstattung von Auszubildenden vor.

Im Tarifstreit bei den landeseigenen Kliniken Vivantes und Charité hatte Verdi vor rund einem Monat zu unbefristeten Streiks aufgerufen. Vergangene Woche einigte sich die Gewerkschaft bereits mit der Charité auf ein Eckpunktepapier und beendete dort den Arbeitskampf zunächst.