BerlinDas Berliner Landgericht entscheidet am Montag in einem Verfahren gegen den mutmaßlichen Autoren einer Serie von rechtsextremen Drohmails. Der Angeklagte soll zwischen Oktober 2018 und April 2019 E-Mails mit Gewaltandrohungen geschrieben und diese dann bundesweit an Gerichte, Behörden, Polizeidienststellen, Einkaufszentren, Presseorgane und Bundestagsabgeordnete verschickt haben. Auch der Beginn des Prozesses im April 2020 wurde von einer Bombendrohung überschattet.

Dem Angeklagten werden in 107 Fällen unter anderem die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten, Nötigung sowie versuchte räuberische Erpressung und Bedrohung vorgeworfen.

Die Generalstaatsanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer vier Jahre und drei Monate Haft und beantragte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Verteidigung sah die Schuld des Angeklagten hingegen als nicht erwiesen an und forderte einen Freispruch.