Berliner Meisterköche 2022 gekürt: Das sind die besten Lokale der Stadt

Von Austern im Golvet bis Nudeln bei Wen Cheng: Auch in diesem Jahr wurden wieder herausragende Berliner Gastrobetriebe geehrt. Die Gewinner im Überblick.

Das Frühstück 3000 in Berlin-Schöneberg wurde mit seinem einzigartigen Konzept als „Berliner Szenerestaurant 2022“ ausgezeichnet.
Das Frühstück 3000 in Berlin-Schöneberg wurde mit seinem einzigartigen Konzept als „Berliner Szenerestaurant 2022“ ausgezeichnet.Berliner Zeitung/Markus Wächter

Seit über 25 Jahren zeichnet Berlin Partner jährlich die interessantesten Köche der Hauptstadt aus. Im Vordergrund steht in erster Linie die Qualität der Speisen – doch auch Service und Ambiente sowie Kreativität und Lebendigkeit der ausgezeichneten Gastronomen spielt eine Rolle. Schließlich sollen diese als kulinarische Aushängeschilder des Genussstandorts Berlin auch den Charakter der mittlerweile mit Topadressen gespickten und doch um Unverfälschtheit bemühten Stadt widerspiegeln.

„Die Hauptstadt hat sich über die Jahre zur herausragenden Food-Metropole entwickelt, und daran haben nicht zuletzt die Berliner Meisterköche einen großen Anteil“, betonte Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner, anlässlich der Verleihung der Berliner Meisterköche 2022. Die frischgebackenen Preisträger in den sieben Kategorien von „Berliner Meisterkoch“ bis „Gastronomischer Innovator“ seien als Trendsetter der Feinschmecker-Szene letztlich auch „wichtige Botschafter der Stadt“. Verliehen werden die Preise jedes Jahr von einer unabhängigen achtköpfigen Jury. Dieses Jahr als Co-Vorsitzende mit dabei: Tina Hüttl, Gastrokritikerin der Berliner Zeitung.

Berliner Meisterkoch 2022: Jonas Zörner aus dem Golvet

Exzellentes Essen, eine außergewöhnliche Bar und ein spektakulärer Ort, „der einen magisch anzieht“ – all das kommt für die Jury im Restaurant Golvet am Reichpietschufer zusammen. Chefkoch Jonas Zörner, nicht einmal 30 Jahre alt, kocht in dem Einsterner modern-kreativ, nachhaltig und überwiegend regional. Shiso, Steinklee, Baumspinat-Blüten, Kräuter und manches Gemüse kommen sogar direkt aus dem hauseigenen Garten, der wie das Golvet selbst über den Dächern der Stadt thront. Highlights der aktuellen Karte sind laut Juryurteil etwa die geröstete Auster mit Haselnuss, Verbene und Kaviar oder die Waldpilz-Consommé mit eingeweckten Pilzen aus dem Umland.

Aufsteiger des Jahres 2022: Christopher Kujanski aus dem POTS

Im POTS werden Kindheitsmomente in gehobene Küche verwandelt – ohne „altbacken, abgehoben oder auch gewollt“ zu wirken, wie die Jury anmerkt. Dabei nimmt sich Aufsteiger des Jahres Christopher Kujanski gekonnt traditioneller deutscher Gerichte an und verleiht ihnen ein zeitgenössisches Update. „Ostsee Kabeljau wird mit Blutwurst und Spreewaldgurke zum Genuss, Omas Milchreis verfeinert er mit Knollensellerie und Goldparmäne.“ Besonders: Für einen geselligen Abend mit Freunden oder Familie können die Gourmetspeisen im POTS auch „Family-Style“ zum Teilen bestellt werden.

Berliner Gastgeber 2022: Fabian Fischer aus dem Bricole

Mit dem Bricole ging Anfang des Jahres ein neuer Stern am Berliner Gastrohimmel auf. Tatsächlich erfreut sich das kleine Fine-Dining-Restaurant im Helmholtzkiez jedoch schon seit einigen Jahren einer treuen Fangemeinde, die vor allem die freundliche und ungezwungene Atmosphäre im Bricole zu schätzen weiß. Maßgeblich dafür verantwortlich ist Fabian Fischer, „Patron, Gastgeber und Sommelier in einem“, so die Jury. „Und damit Herz und Seele des zauberhaften Restaurants.“

Berliner Szenerestaurant 2022: Frühstück 3000 in Schöneberg

Im Frühstück 3000 in Schöneberg gibt es, nun ja, richtig gutes Frühstück. Die Idee, die an Kaffee und Wurstbrot gewöhnten Berliner schon morgens mit Speisen in Fine-Dining-Qualität abzuholen, kommt von dem jungen Gastro-Trio Maximiliane Wetzel, Lukas Mann und Martin Pöller. „Die Einrichtung in Blau- und Grüntönen mit Holzelementen, warmem Licht und Discokugel auf der Toilette macht jeden Tag sonntäglich gemütlich, der Service ist perfekt und gleichzeitig entspannt“, heißt es in der Begründung der Jury. „Auf der Karte ist vom Free-Flow-Champagner-Menü bis zum Birchermüsli an jeden Geldbeutel gedacht.“

Berliner Kiezmeister 2022: Wen Cheng in Prenzlauer Berg

„Berlin ist verrückt nach authentischen chinesischen Nudeln“, so die Juroren zum Kultimbiss Wen Cheng an der Schönhauser Allee – und die oft bis zum nächsten Häuserblock reichenden und nie abreißen wollenden Schlangen vor den beiden Läden in Prenzlauer Berg scheinen ihnen recht zu geben. Die handgezogenen „Biang Biang“-Nudeln in nussig-würziger Sauce, ein Gericht aus der nordchinesischen Provinz Shanxi, gibt es bei Wen Cheng wahlweise mit Fleisch oder Aubergine.

Berliner Barkultur 2022: Velvet Bar Berlin in Neukölln

Anfang des Jahres bereits vom Branchenmagazin Mixology zur besten Bar des Jahres gekürt, darf sich die Velvet Bar in Neukölln nun auch mit der Auszeichnung „Berliner Barkultur 2022“ schmücken. Statt eintönigen Drinks gibt es in der Spitzenbar elaborierte Cocktails mit regionalen Zutaten. „Das ‚Velvet‘ funktioniert wie ein regional-saisonales Fine-Dining-Restaurant, nur dass es hier eben um ‚fine drinking‘ geht“, urteilt die Jury. „Gäbe es Sterne für Bars, hinge hier wohl mindestens einer an der Wand.“

Gastronomischer Innovator 2022: Heinz „Cookie“ Gindullis

Mit dem Cookies Cream und dem Crackers hat die Berliner Nachtleben-Legende Heinz Gindullis gleich zwei gefeierte Szene-Restaurants auf der kulinarischen Landkarte der Hauptstadt etabliert. Ersteres ist aktuell Deutschlands einziges vegetarisches Sterne-Restaurant. Ursprünglich kommt Gindullis aus London, 1992 kam er nach Berlin. Von dem einzigartigen Ambiente seiner Unternehmungen ist auch die Jury überzeugt: „Wer heute Cookies Welt im gut versteckten, geheimnisvollen Betonbau noch aus DDR-Zeiten betritt, erlebt wie in einer Zeitkapsel eine andere und magische Welt.“