Berlin - Nicht einmal die Hälfte der Berliner, die wegen des Mietendeckels aktuell weniger Miete zahlen müssen, haben Geld für den Fall beiseitegelegt, dass er vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert. Das geht aus einer Umfrage der Berliner Sparkasse hervor, die der Berliner Morgenpost (Dienstag) vorliegt. Demnach haben 22 Prozent der Berliner ihre Mietzahlungen reduzieren können. Davon gaben 41 Prozent an, Geld zurückzulegen, um mögliche Nachforderungen ihrer Vermieter begleichen zu können. 47 Prozent bauten keine finanziellen Reserven dafür auf.

Seit Februar 2020 sind die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen auf dem Stand vom Juni 2019 eingefroren. Ab 2022 dürfen sie höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Wird eine Wohnung wieder vermietet, muss sich der Vermieter an festgelegte Obergrenzen und die zuletzt verlangte Miete halten. Mieten, die mehr als 20 Prozent über den Obergrenzen liegen, sind gesetzlich verboten und müssen vom Vermieter gesenkt werden.

Berliner Senat und Mieterverein raten zur Vorsorge

Nach mehreren Klagen prüft das Verfassungsgericht die bundesweit einmalige und hoch umstrittene Regelung. Wann eine Entscheidung fällt, ist offen. Der Berliner Mieterverein und Vertreter des Senats raten Berlinern, deren Miete gesenkt wurde, das gesparte Geld bis zur endgültigen Klärung zurückzulegen.