Kleinere Warenkörbe, weniger Gewinn pro Einkauf: Nach dem Online-Boom in der Corona-Krise spricht der Modehändler Zalando von einer Rückkehr zur Normalität. Zwar brachte 2021 für die Berliner das höchste Wachstum seit 2015. Zum Jahresende wurden die einzelnen Bestellungen jedoch etwas kleiner. „Die Dinge werden wieder normaler“, sagte Vorstandsmitglied David Schröder. Nachdem der stationäre Einzelhandel mehr und mehr seine Tore geöffnet hat, musste der Online-Händler mit mehr Rabatten reagieren.

Erfolgreiches Jahr für den Online-Händler

Insgesamt sei 2021 ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen, hob Schröder hervor. Auch weil zum Infektionsschutz für Geschäfte viele Zugangsbeschränkungen galten, kauften mehr Menschen im Netz. Bei Zalando ließ das den Umsatz um knapp 30 Prozent in die Höhe schnellen. Mit 10,4 Milliarden Euro überschritt er erstmals die Summe von zehn Milliarden. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm von 420,8 auf 468,4 Millionen Euro zu.

Langfristig strebt Zalando einen Anteil von mehr als zehn Prozent am europäischen Modemarkt an, zuletzt seien es drei Prozent gewesen. Für das laufende Jahr erwartet Zalando, dass sich sein zuletzt starkes Wachstum abschwächt. Der Umsatz werde um 12 bis 19 Prozent zulegen, das Ebit zwischen 430 und 510 Millionen Euro liegen. In der Prognose nicht enthalten seien mögliche Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

Besonders die Verbraucherstimmung in den osteuropäischen Märkten sei betroffen, sagte Schröder. Zalando hatte sein Geschäft erst im vergangenen Jahr auf sechs osteuropäische Länder ausgedehnt, darunter die baltischen Staaten. Die Ukraine und Russland sind nicht darunter. Ein Zalando-Lieferant sitze in der West-Ukraine. Man sei in enger Abstimmung und versuche, das Unternehmen so viel wie möglich zu unterstützen, hieß es.

Retouren sollen minimiert werden

Zalando arbeitet weiter daran, Einwegplastik-Verpackungen zu reduzieren. In den nächsten Monaten werde der Umstieg auf Papier-Versandtaschen abgeschlossen, sagte Co-Chef David Schneider. Software-Verbesserungen sollen außerdem zu weniger Retouren führen. Jede dritte Retoure komme, weil die bestellte Kleidung nicht passe. Dieser Anteil solle weiter sinken.