Berlin - Die neuen Wohn- und Gewerbestandorte in Tegel und Siemensstadt im Berliner Nordwesten sollen in einigen Jahren direkt miteinander verbunden werden. Erwogen wird dafür ein autonom fahrender Pendelbus, wie Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Donnerstag ankündigte. Finanziert werden solle die Verbindung über den Innovationsfonds des Landes. Berlin will außerdem erreichen, dass bis 2029 die stillgelegte S-Bahn-Trasse der Siemensbahn reaktiviert wird.

Auf dem früheren Flughafengelände in Tegel soll ein Forschungs- und Industriestandort entstehen. Siemens plant, seinen Standort über eine Länge von zwei bis drei Kilometer Luftlinie unter der Marke „Siemensstadt²“ zu einem neuen Stadtquartier für Wohnen, Forschung und Gewerbe auszubauen. „Das ist ein Push für den gesamten Nordwesten der Stadt“, sagte Pop.

Siemens will 2023 mit den ersten Neubauten beginnen und insgesamt 600 Millionen Euro investieren. Das Unternehmen rechnet mit bis zu 20.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen an dem Standort, wie Projektleiter Stefan Kögl sagte.

Hälfte der neuen Fläche für Gewerbe, ein Viertel für Wohnungen

Am Donnerstag unterzeichneten Vertreter des Senats, des Bezirks Spandau und des Unternehmens den städtebaulichen Rahmenvertrag. Er umfasst eine Million Quadratmeter Bruttogeschossfläche, davon mehr als die Hälfte für Produktion und Gewerbe und gut ein Viertel für Wohnungen.

„Wir wollen das Areal öffnen“, sagte Siemens-Vorstandsmitglied Cedrik Neike. Dies solle sozial und integrativ geschehen, trat Neike Anwohner-Sorgen vor einer Gentrifizierung entgegen. Damit ist die Verdrängung angestammter Bewohner gemeint, wenn ein Stadtviertel aufgewertet wird. Ein Drittel der geplanten 2700 Wohnungen werde mietpreisgebunden sein. Auf dem 76 Hektar großen Industrieareal sind auch eine Kita, eine Grundschule und Kultureinrichtungen geplant.