Berlin - Die stadtbekannte „Schrippenmutti “ Inge Schulze ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Darüber berichten am Mittwoch mehrere Medien. Sie galt als Berliner Original: Über Jahrzehnte versorgte sie Nachtschwärmer mit Schrippen, die sie tagsüber in ihrer Küche geschmiert hat. Was übrig blieb, gab sie den Obdachlosen am Bahnhof Zoo. Schulze war Kriegskind: „Wegjeworfen wird nüscht“, soll sie immer gesagt haben. Auch den Erlös der verkauften Schrippen, Buletten und Würstchen hat sie gespendet. 

Die Berlinerin war vor allem im Kreuzberger, Schöneberger und Weddinger Nachtleben unterwegs. Die Wege zwischen den Bezirken legte mit ihrem Motorroller zurück, später mit der knallorangenen Piaggio, einem motorisierten Dreirad. In manchen Nächten seien es bis zu 140 Kilometer gewesen. Schulze, die gelernte Metzgerin war, dann als Krankenschwester arbeitete, habe 1990 mit den Schrippen begonnen. In ihren besten Nächten soll sie 140 Buletten, 120 Schrippen und 40 Stullen verkauft haben. 

Bei ihrer letzten Runde durch das Berliner Nachtleben war Schulze 79. Hüftprobleme haben ihre nächtlichen Touren seltener werden lassen. Bei dieser letzten Ausfahrt habe sie schon geahnt, dass ein Ende in Sicht ist. Angst hatte Inge Schulze deswegen nicht: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“