Bei den Ermittlungen der Berliner Polizei wegen Fotos von sexuellem Kindesmissbrauch hat es im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg gegeben. Die bekannt gewordenen Fallzahlen nahmen laut Polizei im Jahr 2021 um 150 bis 200 Prozent zu. Das sei vor allem das Ergebnis von zusätzlichem Personal in den zuständigen LKA-Bereichen und mehr Mitteilungen einer Recherche-Organisation aus den USA, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Im Vorjahr – 2021 – wies die Kriminalstatistik für Berlin 639 Fälle von Besitz, Verbreitung und Herstellung von „kinderpornografischen Schriften“ aus. 549 Verdächtige wurden ermittelt. Einen Anstieg gab es schon in den Jahren zuvor wegen der Meldungen aus den USA, wo die halbstaatliche Organisation National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) mit Algorithmen das Internet durchsucht.

LKA konzentrierte sich auf Kinderpornografie

„Durch die Meldungen des NCMEC, aber auch durch unsere eigenen intensiven Ermittlungen gelangen mehr und mehr dieser unfassbaren, furchtbaren Taten ans Licht“, sagte Slowik.

Das Landeskriminalamt sei für die Bekämpfung dieses Deliktfeldes daher deutlich verstärkt worden und habe sich 2021 sehr auf diesen Bereich konzentriert. „Wir haben zwei neue Kommissariate gegründet, eine Zentrale Ansprechstelle eingerichtet und unser Personal dort mehr als verdoppelt“, sagte Slowik. Dadurch habe das sogenannte Dunkelfeld besser ausgeleuchtet werden können.

„Dass die Ermittlungen nicht leicht sind, schreckt uns dabei nicht. Wir wissen, für wen wir da kämpfen. Unsere Aufgabe, unsere Verpflichtung ist es, Schlag um Schlag insbesondere gegen organisierte Strukturen auszuholen“, sagte Slowik. Dabei ermittle die Polizei insbesondere auch, ob ein Nutzer solcher Missbrauchsfotos selbst Bilder erstellt und Kinder missbraucht habe.