Berlin - Auf dem Schlachtensee im Südwesten Berlins sind am Sonnabend mehrere Menschen ins Eis eingebrochen. „Es waren zwei verschiedene Stellen. Alle konnten sich selbst befreien“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Ein Vater und sein einjähriges Kind brachen nach Polizeiangaben im Zehlendorfer Ortsteil Nikolassee in den Schlachtensee ein. Sie kamen per Rettungswagen zur Kontrolle in ein Krankenhaus und seien wohlauf.

Zwei weitere Männer stürzten laut Feuerwehr an der Fischerhüttenstraße durchs Eis in den See. „Sie standen knietief im Wasser“, sagte ein Sprecher. Die Männer erlitten demnach keine Verletzungen. Bei Unfällen in eiskalten Gewässern würden die Betroffenen in der Regel in einem Rettungswagen aufgewärmt, wo sie ihre nasse Kleidung ablegen können, erklärte der Sprecher. Dort erfolge eine erste Untersuchung.

Ein Polizeihubschrauber kreiste am Sonnabend über Berlin, um die zugefrorenen Gewässer zu kontrollieren –wie schon am Freitag. Die Berliner Polizei und Feuerwehr warnen weiterhin vor dem Betreten von Eisflächen in der Hauptstadt am Wochenende. Durch Sonnenstrahlen und Wasserströmungen könne auch vermeintlich fest anmutendes Eis brüchig und instabil sein, sagte eine Polizeisprecherin am Sonnabend. Die Feuerwehr wies darauf hin, dass in Berlin keine Behörde Eisflächen auf Seen oder in Parks zum Betreten freigebe. Bei Notfällen wie Eiseinbrüchen sollten sofort die Rettungskräfte per Notruf 112 alarmiert werden.

„An vielen Gewässern gibt es Rettungsringe, die man eingebrochenen Menschen im Wasser zuwerfen kann“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei Rettungen sei zu beachten, das Gewicht auf dem Eis möglichst weit zu verteilen, beispielsweise mit einer Leiter – sonst drohe ein weiteres Einbrechen der Fläche. Die Rettungskräfte verfügen über Taucher mit Spezialanzügen, die bei Unfällen in vereisten Gewässern zum Einsatz kommen.

Die Berliner Polizei plant indes für das Wochenende keine Schwerpunktkontrollen. „Wegen der Infektionsschutzverordnung sind wir ohnehin bereits in den Berliner Parks unterwegs“, sagte eine Sprecherin. Die Beamten würden dort auch Menschen ansprechen, falls diese sich auf dem Eis in Gefahr bringen.