Nach Gefängnisausgang in Berlin: Mitglied der Hells Angels auf der Flucht

Der Gesuchte kehrte nach seinem Ausgang aus der JVA Tegel nicht zurück. Nun fahndet die Polizei nach ihm.

Die JVA Tegel. Der Gesuchte hatte Ausgang aus der Justizvollzugsanstalt. Er kehrte nicht zurück.
Die JVA Tegel. Der Gesuchte hatte Ausgang aus der Justizvollzugsanstalt. Er kehrte nicht zurück.Imago/Schöning

Die Berliner Polizei fahndet nach einem verurteilten Rocker, der nach einem Ausgang nicht ins Gefängnis zurückgekehrt ist. Nach einem Bericht des Tagesspiegels handelt es sich um einen Hells Angel, der 2019 wegen tödlicher Schüsse am Kottbusser Tor in Kreuzberg verurteilt worden war. Ein Sprecher der Senatsjustizverwaltung bestätigte am Dienstag, dass ein 28 Jahre alter Häftling am vergangenen Samstag von einem unbegleiteten Ausgang nicht in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel zurückgekehrt sei. Daraufhin sei die Polizei alarmiert worden. Diese habe die sofortige Fahndung eingeleitet, sagte eine Sprecherin.

Nach Angaben des Justizsprechers muss der Straftäter eine achtjährige Haftstrafe verbüßen. Als Strafende sei Mitte 2026 notiert. Nach „eingehender Prüfung“ seien vor kurzem Lockerungen für den Mann beschlossen worden. Zunächst habe er in Begleitung Ausgang gehabt. Durch seine Flucht hat er die Privilegien nun verspielt. Wird der Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit gefasst, wird er laut Justiz vorerst nicht wieder in den Genuss von Lockerungen kommen.

Ermittler fürchten, dass der Rocker sich ins Ausland absetzen könnte

Der Justizsprecher verwies darauf, dass die Zahl der Menschen, die gegen Haftlockerungen verstießen, relativ gering sei. So habe es 2018 insgesamt 200.080 Lockerungsmaßnahmen gegeben, lediglich in 81 Fällen sei es zu Verstößen gekommen. In den Jahren zuvor seien die Zahlen vergleichbar gewesen.

Nach Informationen des Tagesspiegels soll der flüchtige Rocker am 26. August erstmals unbegleitet das Gefängnis verlassen haben, um bei der Einschulung seines Kindes dabei sein zu können. Ermittler fürchten nun, der 28-Jährige könne sich ins Ausland absetzen, schreibt das Blatt. Der Hells Angel sei bereits nach der Tat 2016 vorübergehend in die Türkei geflohen.

Rocker auf der Flucht: CDU und FDP fordern Aufklärung

Die Berliner CDU äußerte sich bereits zu dem Fall: „Linken-Justizsenatorin Kreck trägt persönlich die Verantwortung für diesen Ausbruch. Sie muss diesen Vorfall schnell und lückenlos aufklären. Er legt den Verdacht nahe, dass sie ihren Laden nicht im Griff hat,“ so Alexander J. Herrmann, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Auch Holger Krestel (FDP), beratendes Mitglied im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, forderte Aufklärung durch die Berliner Justizsenatorin Lena Kreck. „Die Berlinerinnen und Berliner haben ein Recht darauf, vor bestimmten Menschen geschützt zu werden. Auch daran muss sich die Entscheidung orientieren, einem rechtskräftig verurteilten Täter überhaupt Ausgang zu gewähren,“ so Krestel.