Berlin - Die Berliner Polizei hat am vergangenen Mittwochabend einen offenbar illegal zum Verkauf stehenden Hundewelpen in ihre Obhut genommen. Dies teilten die Beamten am Montag auf Facebook mit. Eine Frau hatte die Einsatzkräfte in Reinickendorf alarmiert, weil sie einen Unbekannten dabei beobachtet hatte, wie er am U-Bahnhof Scharnweberstraße Vorübergehenden ein offensichtlich sehr junges Tier verkaufen wollte, so die Polizei. 

Wie sich herausstellte, hat der Mann Welpen offenbar auch online vermarktet. Dabei habe der „vermutlich illegale Welpenhändler“ behauptet, „die Tiere seien gesund und gechipt“. Ein Tierarzt stellte jedoch fest, dass das Hundebaby weder entfloht noch entwurmt war. Zudem sei das Tier noch zu jung gewesen, um es von seiner Mutter zu trennen. Der Welpe wurde an die Tiersammelstelle übergeben.

Haustierboom in der Corona-Krise fördert illegalen Handel

Der illegale Handel mit Welpen und jungen Katzen hat nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. „Allein zwischen Januar und Oktober 2020 wurden 75 Fälle von illegalem Heimtierhandel bekannt, 818 Tiere waren betroffen“, sagte Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund am Montag einer Mitteilung zufolge. „Damit liegt die Zahl der Fälle und Tiere bereits über der Gesamtzahl des Vorjahres.“

Unter den Tieren seien 683 Hunde und 130 Katzen gewesen. Außerdem befürchte man eine hohe Dunkelziffer. „Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Haustierboom und der anonyme Verkauf über das Internet machen es den Händlern besonders leicht“, sagte Hoth. Der Tierschutzbund fordert daher eine Regulierung des Internethandels und eine europaweite, verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für Haustiere, um deren Herkunft besser rückverfolgen zu können.

Die Zahlen beruhen nach Angaben des Tierschutzbundes auf Fällen von beschlagnahmten Tiere, die an Tierheime übergeben wurden, und auf Medienberichten über illegalen Tierhandel.