Berliner Polizeisprecher über Rassismus: „Das ist nicht lustig“

Thilo Cablitz über „diskriminierende Sprüche, die vermeintlich als Witz formuliert waren“ und die fehlende Sensibilität dafür.

Thilo Cablitz von der Polizei Berlin.
Thilo Cablitz von der Polizei Berlin.dpa

Der aus dem Amt scheidende Pressesprecher der Berliner Polizei, Thilo Cablitz, sieht Rassismus immer noch als Problem in manchen Bereichen von Gesellschaft und Polizei. „In der Gesellschaft mangelt es in Teilen noch an Sensibilität für diskriminierende Sprüche, die vermeintlich als Witz formuliert waren“, sagte Cablitz, dessen Vater aus Afrika stammt, der Nachrichtenagentur dpa. „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Wenn man das sein Leben lang im Alltag erlebt, ist das nicht lustig, macht es keinen Spaß und man möchte es einfach nicht. Es geht schlicht darum, als Mensch gesehen und auch so behandelt zu werden, gleichwertig. Und es wäre fantastisch, wenn alle ausgrenzenden Zuschreibungen einfach mal keine Rolle spielen würden.“

Auch in der Polizei sei das Problem noch vorhanden, Polizisten seien nicht „unfehlbar“, sagte Cablitz, der seit 2018 Pressesprecher der Polizei ist und in Kürze in einen neuen Arbeitsbereich wechselt. Leider gebe es „solche Sachverhalte“ noch immer. Es sei„ wichtig, dass dann schnell konfrontiert und auch interveniert wird“.

Erst kürzlich war ein Video bekannt geworden, in dem ein Polizist eine Familie aus Syrien beschimpft. Die Polizei ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der „fremdenfeindlichen Beleidigungen“; mehrere Parteien sprachen von Rassismus innerhalb der Polizei.