Berlin - Rund vier Jahre nach einem Enkeltrick-Betrug mit einer Beute im Wert von rund 100.000 Euro ist eine Angeklagte freigesprochen worden. Der 32-Jährigen sei eine Beteiligung an den Taten zum Nachteil eines Rentners nicht nachzuweisen gewesen, begründete das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Dienstag. Der inzwischen 78-jährige Mann hatte zuvor im Prozess erklärt, er könne die Angeklagte nicht als jene Frau identifizieren, die im Juli 2017 Schmuckstücke, Goldbarren, Münzen und Bargeld in Höhe von insgesamt 100.000 Euro entgegengenommen habe.

Bei Taten nach der sogenannten Enkeltrick-Masche gaukeln Betrüger ihren meist betagten Opfern vor, ein naher Verwandter zu sein, der in finanziellen Schwierigkeiten stecke. Der 32-Jährigen war vorgeworfen worden, als „Abholerin“ bei dem 78-Jährigen gewesen zu sein. Der Senior sei zuvor von Mittätern am Telefon getäuscht und zur Herausgabe von Wertgegenständen überredet worden.

Angeklagte konnte Alibi vorweisen

Der Senior erklärte, er sei von einer Frau angerufen worden, die sich als Schwester seiner Ehefrau ausgegeben habe. Die Stimme sei sehr ähnlich gewesen. Die Anruferin habe berichtet, dass sie ihren Ehemann verlassen habe. „Sie bat um Geld“, so der Senior.

Zur Anklage gegen die 32-Jährige war es gekommen, nachdem sie von dem Opfer im Rahmen einer Lichtbildvorlage bei der Polizei als mutmaßliche Täterin identifiziert worden war. Der Verteidiger hatte für die Angeklagte erklärt, sie habe sich zum Tatzeitpunkt nicht in Deutschland aufgehalten. Es habe sich um eine Verwechslung gehandelt. Auch der Staatsanwalt hatte auf Freispruch plädiert.