Berlin - Trotz der Corona-Pandemie soll am Sonnabend einem Medienbericht zufolge das Auswahlverfahren für sogenannte Schnelllernerklassen in der Hauptstadt stattfinden. Wie der Tagesspiegel meldet, gibt es daran Kritik vom Landesverband Schulpsychologie. „Die geplante Durchführung in einer Hochphase der Coronavirus-Pandemie halten wir für unverhältnismäßig und unverantwortlich“, wird Psychologe Matthias Siebert zitiert.

Es werde zwar viel getan, um die Entstehung eines möglichen Corona-Hotspots einzudämmen, so Siebert, der im Bezirk Steglitz-Zehlendorf Fachbereichsleiter im schulpsychologischen Dienst ist. Gleichzeitig übersehe man aber die psychische Belastung für Kinder durch entsprechende Maßnahmen vor und während der Prüfungen.

Es werde „viel schwerer sein, eine angstfreie, motivierende und vertrauensvolle Atmosphäre herzustellen, um Blackouts zu verhindern“, sagte Siebert dem Bericht nach weiter. Er schlug demzufolge vor, die Tests zu verschieben und sich ein anderes Verfahren auszudenken. Die Senatsverwaltung für Bildung sprach von einem schwierigen Abwägungsprozess und teilte der Zeitung mit, die Entscheidung hänge auch von dem Bund-Länder-Treffen am Dienstag sowie der Senatssitzung diese Woche ab.