BerlinDer Berliner Senat berät am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie nach gut zwei Wochen Teil-Lockdown. Grundlage sind die Ergebnisse der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Montag, bei der zunächst keine neuen verbindlichen Einschränkungen für die Bürger beschlossen wurden.

Allerdings riefen Merkel und die Ministerpräsidenten die Bürger dringend dazu auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Da die Infektionszahlen immer noch hoch seien, sollte jeder auf private Feiern verzichten und Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien ein.

Thema im Senat ist auch der Aufbau von Impfzentren, der bis Mitte Dezember geplant ist. In Berlin sollen sechs solcher großen Zentren entstehen, in denen in Zukunft täglich bis zu 20.000 Menschen gegen Corona geimpft werden sollen. Im Gespräch für die Impfzentren sind laut Senatskreisen das Velodrom in Prenzlauer Berg sowie der Flughafen Tempelhof und die Messe. Noch ist kein Impfstoff verfügbar, zuletzt hatten aber mehrere Firmen das für die kommenden Monate in Aussicht gestellt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schätzt die Corona-Lage in Deutschland nach zwei Wochen Teil-Lockdown unterdessen weiterhin als problematisch ein. „Die Situation ist weiter besorgniserregend.“ In den zurückliegenden Wochen sei zwar durch die Maßnahmen einiges erreicht worden. „Aber das ist nicht genug.“

Müller nannte ein aus seiner Sicht bedrückendes Beispiel aus Berlin: Dort seien erstmals 1000 Corona-Patienten in Krankenhäusern, die gleichzeitig behandelt werden müssten. „Das ist nicht wegzudiskutieren“, so Müller. „Die Wintermonate werden nicht einfach werden.“