Berlin - Der Berliner Senat braucht Geld, um seine Corona-Impfkampagne fortsetzen zu können. Deshalb hat er jetzt beim Abgeordnetenhaus angefragt: Mehr als 131 Millionen Euro (genau 131.559.800,92 Euro) sollen dort aus Pandemie-Rücklagen lockergemacht werden. Laut einem RBB-Bericht schlüsselt der Senat in der Sitzungsvorlage detailliert auf, wie viel Geld wofür gebraucht wird – hier die Schlusskalkulation.

Impfzentren: 36 Millionen Euro

Die größte Summe verschlingen offenbar mit 36 Millionen Euro die Impfzentren. Dazu zählen vor allem Miete sowie Instandhaltungs- und Betriebskosten. Ab September schließen Impfzentren bundesweit, in Berlin haben die Zentren Velodrom und Tempelhof ihren Betrieb bereits eingestellt – Ende August sollen Erika-Heß-Stadion und Arena folgen. Deshalb fallen auch einige Gelder für den Rückbau der Zentren an: Hierfür werden 15 Millionen Euro kalkuliert.

Betreiber: 35 Millionen Euro für Rotes Kreuz und Co.

Weitere 35 Millionen sollen an die Betreiber gehen, darunter vor allem an das Rote Kreuz als Gesamtkoordinator. Hier fallen vor allem Personalkosten an: für Einlasskontrolleure, Buchhalterinnen, nicht-ärztliche Betreuer. Einen Großteil dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellte die Bundeswehr – sie wird ihren Corona-Einsatz jedoch am 30. September beenden.

21 Millionen Euro für Ärzte und mobile Impfteams

Der dritte Großposten ist für das medizinische Fachpersonal vorgesehen. 21 Millionen Euro sollen Ärzte und mobile Impfteams kosten. Hinzu kommen kleinere Bereiche und Aufgaben: Termin-Vergaben, Impf-Hotlines, IT-Infrastruktur. Für die IT-Infrastruktur sind allein 3,9 Millionen Euro vorgesehen.

Fast die Hälfte der Kosten soll der Bund übernehmen

131 Millionen Euro: Diese hohen Gesamtkosten begründet der Senat mit der weiterhin angespannten epidemischen Lage, die eine hohe Auslastung der Impfzentren vermuten lasse. Auch sei künftig mit mehr Impfungen von Kindern und Jugendlichen zu rechnen, nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) kürzlich für Kinder ab zwölf Jahren eine Impfempfehlung ausgesprochen hatte. Nicht zuletzt seien Auffrischimpfungen ein zentraler Punkt: Der Senat bezweifelt, dass diese allein von den Hausarztpraxen getragen werden können. In der Beschlussvorlage soll es weiter heißen, dass 61 Millionen Euro davon – gut die Hälfte der Kosten – mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Bund erstattet werden.

Trotz einiger offener Fragen, vor allem aus den Kreisen der rot-rot-grünen Koalition, gilt die Zustimmung des Hauptausschusses angeblich als gesichert.