Berlin - Nach sieben Wochen hartem Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat der Berliner Senat konkrete Pläne für einen Neustart. „Ja klar gibt es solche Pläne. Wir machen uns natürlich Gedanken darüber“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Donnerstag bei einer digitalen Diskussionsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK). „Genauso, wie wir uns über die Frage Lockdown Gedanken machen, was fahren wir in welcher Reihenfolge zurück, gibt es natürlich eine Reihe von Plänen, die wir schon in der Schublade haben, was fahren wir in welcher Reihenfolge wieder hoch.“

Details zu einem möglichen Fahrplan nannte Geisel nicht, skizzierte aber ein grobes Szenario. „Der erste Schritt – 15. Februar ist das Datum, was wir im Moment ins Auge gefasst haben – ist, wieder Schule in Anfängen zu ermöglichen“, sagte er. „Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie sind so die nächsten Schritte. Auch im Bereich des Sportes müssen wir einfach wieder Möglichkeiten geben, Stück für Stück wieder hochzufahren.“ Dazu gehöre auch Mannschaftssport.

Öffnungsschritte vom Infektionsgeschehen abhängig

Geisel machte indes deutlich, dass Öffnungsschritte von der Entwicklung des Infektionsgeschehens abhängig sind. „Wir wollen keine gegenteiligen Signale herausgeben“, sagte er. „Ein gegenteiliges Signal wäre ja, wenn ich jetzt einen Plan anhand von Inzidenzen und Daten präsentiere, und gleichzeitig die Situation nach wie vor so unsicher ist, dass wir sagen müssen, dass die schnellen Lockerungshoffnungen, die damit verbunden sind, nicht eintreten.“

Entscheidungen über Lockerungen müssten „vertretbar“ sein und dürften keine „Rückschläge“ bei den Infektionszahlen zur Folge haben. „Und in dem Augenblick, in dem es verantwortbar ist, werden wir diese Entscheidungen auch treffen“, so Geisel. „Vielleicht werden wir auch ein gewisses Risiko eingehen müssen. Weil absolute Sicherheit haben wir bei diesen Entscheidungen überhaupt nicht“, fügte er hinzu. „Aber ich glaube schon, dass wir den Menschen nicht immer sagen können, dass die Situation in einem fort weiter so bleibt, wie sie ist.“

Bislang ist der Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb bis zum 14. Februar terminiert. Am kommenden Mittwoch (10. Februar) wollen Bund und Länder beraten, wie es danach weitergehen soll.

Innensenator: „Auf Dauer können wir so nicht weitermachen“

Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag Schulen und Kitas als erste Kandidaten für mögliche Öffnungsschritte genannt. Und danach spielten sicher Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie eine Rolle. Gleichzeitig hatte Müller betont, dass er eine Debatte um mögliche Lockerungen für verfrüht hält. Denn die Infektionszahlen seien trotz zuletzt rückläufiger Tendenz noch zu hoch.

„Auf Dauer können wir so nicht weitermachen“, sagte Geisel mit Blick auf die nun schon viele Wochen geltenden Beschränkungen. „Am 10. Februar ist die Ministerpräsidentenkonferenz. Es ist gut möglich, dass die sagen, den Februar werden wir noch im Lockdown lassen. Aber dann werden die eine Perspektive geben müssen.“