Berliner Senat will Hundesteuer für Rentner abschaffen

Begründet wird der Vorstoß mit zunehmender Vereinsamung von Menschen. Auch wer einen Hund aus dem Tierheim holt, zahlt zunächst keine Steuern. 

Ein Hund kostet. Doch wer in Berlin Sozialleistungen empfängt, könnte bald zumindest von der Steuer befreit werden. 
Ein Hund kostet. Doch wer in Berlin Sozialleistungen empfängt, könnte bald zumindest von der Steuer befreit werden. imago/Blickwinkel

Berlin-Die rot-rot-grüne Regierung in Berlin hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der vorsieht, dass Rentnerinnen und Rentner sowie Sozialhilfeempfänger von der Hundesteuer befreit werden sollen. Wie der rbb berichtet, begründet der Senat das Vorhaben damit, dass immer mehr Menschen unter Einsamkeit leiden. 

Die Regelung soll allerdings nur für ein Tier gelten – für weitere Tiere müsse gezahlt werden. Für die Befreiung von der Steuer müssen Hundebesitzer einen Antrag stellen, so der rbb. Ab dem Datum der Beantragung müsste dann keine Steuer mehr gezahlt werden. Sobald Rente oder Sozialleistungen nicht mehr bezogen werden oder das Kalenderjahr abläuft, müsste die Steuer wieder entrichtet werden. 

11,7 Millionen Euro Hundesteuer im Jahr 2018

Eine fünfjährige statt bislang einjährige Befreiung von der Steuer sollen Tierfreunde genießen, die ihren Hund aus dem Tierheim holen, heißt es. Unklar ist, wie hoch die Summe ist, die dem Fiskus durch die Befreiung entgeht. 2018 nahm das Land Berlin noch 11,7 Millionen Euro über die Entrichtung von Hundesteuer ein. 

Die Zahl der Hundebesitzer in Berlin wächst. So nannten 2019 104.723 Menschen in der Hauptstadt einen Hund ihr Eigen. Im Jahr zuvor waren es knapp 2000 Hundehalter weniger, die für den ersten Hund 120 Euro und für den zweiten 180 Euro entrichten mussten.