Berlin - Ein 48-jähriger Berliner soll unter dem Deckmantel einer Autovermietung in Charlottenburg einen europaweiten Kokainhandel betrieben haben. Nach seiner Festnahme im Sommer 2020 muss er sich nun vor dem Landgericht verantworten. In der am Mittwoch verlesenen Anklage hieß es, der Mann habe in Fahrzeuge aus dem Fuhrpark seiner Firma professionelle Verstecke für Drogen-Schmuggelfahrten eingebaut. Der 48-Jährige habe Kokain verkauft, „um aus den Erlösen seinen kostspieligen Lebensunterhalt zu finanzieren“. Mitangeklagt ist ein 37-Jähriger, dem Beihilfe zur Last gelegt wird.

Dem Hauptangeklagten, der laut Anklage seit etwa 18 Jahren im internationalen Drogengeschäft aktiv sein soll, werden drei Schmuggelfahrten von März bis Juni 2020 zur Last gelegt. Im ersten Fall soll er knapp ein Kilogramm Kokain in die Schweiz gebracht haben. Um etwa zehn Kilogramm Kokain gehe es im zweiten Fall. Das Rauschgift soll der 48-Jährige mit einem gesondert verfolgten Komplizen gegen einen Kurierlohn von 20.000 Euro von Schweden nach Dänemark geschmuggelt haben. Zuletzt soll er von Belgien kommend fast fünf Kilogramm Kokain nach Deutschland gebracht haben.

Laut Ermittlungen soll der 48-Jährige in den vergangenen Jahren durch Drogenhandel mehr als 500.000 Euro eingenommen haben. Er befindet sich seit rund sechs Monaten in Untersuchungshaft. Zu Prozessbeginn schwieg er zunächst.

Der 37-jährige Mitangeklagte, der unter anderem für die Zulassung der Fahrzeuge und für ihre Instandsetzung zuständig gewesen sein soll, erklärte, er habe von Drogenverstecken in Autos nichts gewusst. Er habe für den 48-Jährigen lediglich Serviceleistungen erledigt. Ab und zu habe er sich Kokain für den Eigenkonsum nehmen dürfen. Der Prozess wird am 8. Februar fortgesetzt.