Berliner Südosten bekommt eine neue Straßenbahn: Das sind die Pläne

Das Netz wächst in den Westen der Stadt. Künftig soll die Tram über Johannisthal hinaus in die Gropiusstadt fahren. Nun hat der Senat über das Projekt informiert. 

Eine Straßenbahn in der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Das Netz soll wachsen.
Eine Straßenbahn in der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Das Netz soll wachsen.imago/Jürgen Ritter

Im Südosten Berlins entsteht eine neue Schienenverbindung. Zwischen Johannisthal und der Gropiusstadt soll eine Straßenbahn fahren, teilte die Senatsverwaltung für Mobilität mir. Mit der Neubaustrecke würde eine Direktverbindung mit der Straßenbahn zwischen den Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Neukölln entstehen – und das Tram-Netz weiter in den Westen Berlins wachsen. Senatsplaner stellten das Projekt vor. Sie teilten auch mit, wann die ersten Bahnen fahren. Berlinerinnen und Berliner können sich bis zum 20.Oktober online an der Planung beteiligen und Vorschläge einreichen.

Die Strecke soll die stark frequentierte Buslinie M11 ersetzen und perspektivisch nach Buckow,  Mariendorf und Steglitz verlängert werden. Sie würde auch die Verbindungen zum Regionalbahnhof Schöneweide verbessern, der zu einer neuen Verkehrsdrehscheibe ausgebaut wird. Seit den 1990er-Jahren ist im Gespräch, die Straßenbahntrasse im Sterndamm über den Teltowkanal hinweg in den Bezirk Neukölln zu verlängern. Derzeit enden die Gleise der Linie 60 an der Haeckelstraße in Johannisthal. 

Je nach Route entstehen bis zu elf neue Haltestellen für die Straßenbahn

 Doch lange Zeit ist wenig bis nichts passiert.Inzwischen haben die Vorbereitungen für das Projekt begonnen. „Derzeit erfolgt unter anderem die Grundlagenuntersuchung “, teilte die Senatsverwaltung mit.

Die genaue Route steht noch nicht fest, betonten die Planer während einer Online-Informationsveranstaltung am Donnerstagabend. War lange Zeit der U-Bahnhof Zwickauer Damm als südwestlicher Endpunkt im Gespräch, könnte die Neubaustrecke nun auch stattdessen am U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee enden, der ebenfalls an der Linie U7 liegt, heißt es. Dem Vernehmen nach gibt es dafür derzeit eine Priorität.

Die Strecke zur Station am Zwickauer Damm ist rund 3,5 Kilometer lang, sieben Haltestellen könnten entstehen. Zum U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee wären es rund sechs Kilometer und elf Haltestellen. 

Wirtschaftlichkeit muss noch nachgewiesen werden

„Zunächst werden alle in Frage kommenden Varianten untersucht und gegeneinander abgewogen“, so der Senat. „Hier fließen ganz unterschiedliche Faktoren aus einem umfangreichen Kriterienkatalog mit ein. Neben den Auswirkungen für die Fahrgäste sind dies zum Beispiel Eingriffe in die Natur, die Investitionskosten des Landes Berlin und die betrieblichen Aspekte der BVG.“

Der Gleiskörper einer Straßenbahn nehme nimmt eine zirka sechs bis sieben Meter breite Fläche in Anspruch, hieß es weiter. „Wo dieser exakt liegen soll, ist noch nicht klar. Ziel der derzeit laufenden Untersuchung ist es, eine Trassenführung zu identifizieren und die Wirtschaftlichkeit der Straßenbahn auf dieser Trasse nachzuweisen.“

Kosten werden auf 50 Millionen Euro geschätzt

Im Nahverkehrsplan Berlin 2019-2023 werden die Kosten auf 50 Millionen Euro geschätzt.  Der Abschluss der Grundlagenuntersuchung ist für Ende 2022 vorgesehen. Das Ergebnis wird dann dem Senat zur Beschlussfassung vorgelegt, hieß es. Gibt die Berliner Landesregierung grünes Licht, folgen weitere Schritte – unter anderem das Planfeststellungsverfahren, in dem der Trassenverlauf endgültig bestimmt wird. „Anschließend kann mit der Baumaßnahme begonnen werden. Nach aktuellem Stand ist im Jahr 2029 mit der Inbetriebnahme zu rechnen“, teilte die Senatsverwaltung mit.