Berlin - Laut dem Intendanten des Berliner Ensembles, Oliver Reese, bleiben die Theater- und Opernhäuser in Berlin noch bis Ostern geschlossen. Darauf habe man sich mit Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in einer internen Besprechung mit Intendanten der staatlichen und privaten Bühnen in Berlin verständigt, sagte Reese gegenüber dem Sender RBB. Man sei sich einig gewesen, dass es unmöglich sei, vor Ostern zu spielen, so Reese. Lederer sagte am Donnerstag: „Wir sind uns gestern eigentlich ziemlich einig gewesen, dass bis Ostern hier in Berlin keine Bühne aufgemacht wird. Dazu braucht man nicht viel Fantasie.“

Seit Anfang November sind die Theater-, Opern und Konzerthäuser in Berlin geschlossen. Die Einschränkungen sind vorerst bis Ende Januar befristet.

Lederer verwies auf die hohen Infektionszahlen. So sei erst Mitte nächster Woche klar, welche Auswirkungen die Feiertage auf das Infektionsgeschehen gehabt hätten.

Die zweite, „weitaus dramatischere“ offene Frage sei die nach den Auswirkungen der sich verbreitenden Virus-Mutation, sagte Lederer. Wenn diese Variante eine erheblich höhere Infektionsintensität habe, müssten auch alle bisherigen Überlegungen im Hinblick auf die Kultur auf den Prüfstand gestellt werden.

„Derzeit ist nicht die Zeit, ernsthaft darüber zu reden, was machen wir jetzt auf“, sagte Lederer. „Dann, wenn wieder was geht, dann muss Kultur dabei sein. Aber wann wieder was geht, darüber kann seriöserweise im Augenblick keiner eine ernsthafte Auskunft geben.“

Die Berliner Theater schieben - wie andere Häuser auch - seit Monaten große Premieren vor sich her. Die Kudammbühnen etwa planen eine Inszenierung von „Mord im Orientexpress“ in der Regie von Katharina Thalbach. Die weiteren Proben sind erstmal geschoben. Ein neues Datum für die Premiere steht noch nicht fest. „Wir hoffen, dass es im Mai so weit sein wird“, sagte Theaterleiter Martin Woelffer.

In der Schalte mit Lederer habe Konsens geherrscht. „Wir haben gesagt: ‚Das hört sich vernünftig an‘“, sagte Woelffer. Natürlich sei das furchtbar und auch künstlerisch frustrierend. Vor allem finanziell bräuchten sie weiter Unterstützung. Hilfsgelder seien zugesagt, aber es seien etwa bei der Auszahlung der sogenannten Novemberhilfen noch Fragen offen. Theater hätten derzeit keine Einnahmen. „Wir können kein Takeaway machen.“