Berliner Verkehrssenatorin Jarasch: A100-Ausbau wird niemals kommen

Nach dem 16. Bauabschnitt sei Schluss bei der Stadtautobahn, da ist sich Bettina Jarasch ganz sicher. Die Planungen zum weiteren Ausbau halte sie für „Blendwerk“.

Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne)
Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne)Markus Wächter/Berliner Zeitung

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch zeigt sich fest überzeugt, dass bei der Stadtautobahn 100 nach dem 16. Bauabschnitt Schluss ist. „Diese Autobahn wird niemals kommen, da bin ich ganz sicher“, sagte sie der Berliner Morgenpost (Mittwoch) zur Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums, die Planungen für den 17. Bauabschnitt auszuschreiben.

„Ich halte das eher für Blendwerk“, so die Senatorin für Umwelt und Mobilität. „Der Sanierungsstau auf den Autobahnen, auch in Berlin, ist derart erdrückend, dass ich gar nicht verstehe, dass Herr (Bundesverkehrsminister Volker) Wissing jetzt Geld für Planungsleistungen einer Autobahn ausgibt, die nie kommen wird.“

Derzeit wird der 16. Abschnitt gebaut. Der Senat ist dafür, diesen zu beenden. Grüne und Linke lehnen den 17. Bauabschnitt entschieden ab. Die Berliner SPD hat sich beim Parteitag im Juni auch dagegen ausgesprochen. Das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium will die Planungen für den 17. Bauabschnitt dagegen vorantreiben.

Bei der bundeseigenen Autobahn GmbH verweist man darauf, dass das Projekt, die A100 nach Friedrichshain und Lichtenberg zu verlängern, eine erste Wirtschaftlichkeitsprüfung bereits bestanden hat.

„Mittels einer bundeseinheitlich standardisierten Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wurde bereits 2008 für die A-100-Neubauverlängerung durch Fachgutachter die hohe Wirtschaftlichkeit nachgewiesen“, teilte Ralph Brodel, der Sprecher des Bundesunternehmens, der Berliner Zeitung auf Anfrage mit. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis habe 3,4 betragen. „Auf Basis der von der Autobahn GmbH des Bundes aktuell beauftragten Planungsleistungen wird nach hinreichender Planungskonkretisierung die Wirtschaftlichkeit des 17. Bauabschnitts erneut durch Fachgutachter zu würdigen sein.“