BerlinVielleicht geht ja doch noch was. Nach den weitreichenden Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hoffen die Betreiber des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz, dass es allerhöchstens zu einer geringfügigen Verschiebung der Eröffnung der Märkte kommt. „Sollten die Weihnachtsmärkte abgesagt werden, würde für viele Schausteller die wichtigste und längste Festperiode wegfallen“, sagte der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Michael Roden, am Donnerstag. Das Jahresende sei für sie die Chance, bisherige Verluste aus diesem Jahr wettzumachen. Der Verband veranstaltet den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.

Die Betreiber des Weihnachtsmarktes Lucia in der Kulturbrauerei wollen die Hoffnung auch nicht aufgeben. Man konzentriere sich jetzt darauf, das Gesamtkonzept auf einen Beginn Anfang Dezember umzuarbeiten, sagte Veranstalter Michael Wiegner und forderte zugleich Planungssicherheit vom Senat. Wenn die Märkte auch Anfang Dezember nicht starten könnten, würden sie sich nicht mehr lohnen. Auch dürfe die erlaubte Teilnehmerzahl nicht unter 1000 liegen, sagte Wiegner. Beide Märkte sollten eigentlich am 23. November eröffnet werden.

In der vergangenen Woche hatte Veranstalter Helmut Russ die Absage des traditionellen Weihnachtsmarktes auf dem Berliner Gendarmenmarkt bekannt gegeben. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden. Man wolle nicht Gefahr laufen, den Markt sofort nach Eröffnung wieder schließen zu müssen. Den wirtschaftlichen Schaden schätzte Russ auf 22 bis 25 Millionen Euro. 2019 besuchten rund 900.000 Menschen, darunter viele Touristen, den Markt.