Berlin - Der Berliner Zoo trauert. Ein noch junges Nashorn ist dort in der Nacht zu Montag unerwartet verstorben. Das Tier namens Karl wurde nur drei Jahre alt. Die Lebenserwartung von Nashörnern liegt aber zwischen 40 und 50 Jahren. Der Berliner Zoo bestätigte den Vorfall der Berliner Zeitung.

Vor etwa drei Wochen fiel den Tierpflegern im Berliner Zoo erstmals auf, dass Nashorn-Bulle Karl nur sehr langsam lief, schlecht fraß und abgeschlagen wirkte.  Immer wieder mussten die Pfleger ihn auch zum Aufstehen animieren, wie der Berliner Zoo mitteilt. Nashorn Karl erhielt eine Schmerztherapie, schaffte es aber nicht und starb.

Karl wurde nun an der der Freien Universität Berlin obduziert.  Tierpathologe Prof. Dr. Achim Gruber  konnte eine erste Einschätzung zur Todesursache geben. „Der Befund ist absolut ungewöhnlich“, erklärt er.  Wie der Berliner Zoo weiter erklärt, ist Karl entweder ein Thrombus oder eine Sepsis zum Verhängnis geworden. Im Bauchraum nahe der Lendenwirbelsäule wurde ein eitriger  Abszess gefunden, worin auch eine große Beckenarterie mit einbezogen war, die daraufhin thrombosierte. Die bakterielle Infektion führte möglicherweise zu einer Sepsis oder Thrombenabschwemmungen, welche letztendlich für Karl tödlich endete. 

„Von den klinischen Symptomen hätte man nicht auf den Abszess schließen können. Womöglich hat sich Karl schon in früher Kindheit eine Verletzung zugezogen, die unbemerkt über einen längeren Zeitraum schwelte und nun letztendlich zu seinem Tod geführt hat“, ergänzt Prof. Achim Gruber.

Karl kam 2018 im Berliner Tierpark zur Welt. Im Oktober 2019 zog er mit Betty in den Zoo.