Berlin - Die Berliner Moderatorin Sophia Thomalla, 31, rechnet ab. Sie fühlt sich angegriffen, herabgesetzt, unterschätzt – insbesondere von Frauen, die sich für Feministinnen halten. „Der Hass, der mir entgegenkommt, kommt zu 99 Prozent von Frauen“, sagt sie in der Bild am Sonntag. Thomalla ist mit ihrem weiblichen Auftritt und ihren oft recht freizügigen Fotos zur Zielscheibe geworden. Sie wird in Schubladen gesteckt, offenbar für ein wandelndes Klischee gehalten. Das will sie nicht länger hinnehmen.

„Natürlich wünsche mir auch als Frau die gleichen Rechte wie ein Mann“, sagt Thomalla. „Ich finde nur, der Feminismus in Deutschland ist etwas schwierig besetzt, denn von den Feministinnen fühle ich mich nicht besonders gut vertreten, sondern vielmehr angegriffen.“ Eigentlich seien die Feministinnen doch angetreten, um Frauen zu verteidigen – aber es kämen nur Attacken.

Thomalla hat offenbar keine Hoffnung mehr, dass sich dies noch zum Guten wendet. Und hinterherlaufen will sie ihren Kritikerinnen erst recht nicht: Dieses „Frauen unterstützen Frauen“-Gerede gehe ihr inzwischen „auf den Sack“. Es gebe einfach Frauen, die finde sie „scheiße“, und die könnten von ihr auch keine Unterstützung mehr erwarten.

Thomalla sagt, was sie in den sozialen Medien „richtig nervt“

Auch mit den Gepflogenheiten im Internet geht Thomalla hart ins Gericht: „Was mich in den sozialen Netzen richtig nervt, sind Leute, die ihre Krankenakte offenlegen und sagen, sie möchten damit anderen helfen.“ Und weiter: „Nee, denke ich dann, du willst Aufmerksamkeit, das ist alles. Die eigene Vergangenheit oder Krankheit wird instrumentalisiert, um Aufmerksamkeit zu generieren.“ Das ganze „Gutmenschgebrassel“ sei nicht ihr Ding. Thomalla: „In dem Moment, wo du Unterstützung von fremden Menschen im Netz brauchst, hast du schon einen an der Bimmel.“