Berlin.
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BerlinBerlin schrumpft wieder: Die Einwohnerzahl ist im ersten Halbjahr 2020 erstmals seit 2003 zurückgegangen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch mitteilte. Am 30. Juni 2020 waren demnach im Einwohnermelderegister Berlin 3.762.456 Berlinerinnen und Berliner mit ihrem Hauptwohnsitz erfasst – 7039 weniger als Ende 2019.

Grund ist, dass der deutlich geringere Zuzug von Ausländern (+1075) den Verlust von Berlinerinnen und Berlinern mit deutscher Staatsangehörigkeit (– 8114) nicht mehr kompensieren kann. Das Statistikamt führte das auf coronabedingte Beschränkungen zurück, aber auch auf Bereinigungen beim Einwohnermelderegister.

Besonders auffällig ist der Bevölkerungsrückgang in Mitte: Hier sind noch 380.917 Menschen gemeldet, fast 5000 weniger als Ende 2019. Auch Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf verzeichnen einen Bevölkerungsrückgang. In Marzahn-Hellersdorf hat die Bevölkerung hingegen zugenommen: Hier leben knapp 1300 Menschen mehr als Ende des vergangenen Jahres.

Von den aktuell 3,76 Millionen Berlinerinnen und Berlinern haben gut ein Fünftel (21 Prozent) keine deutsche Staatsbürgerschaft. Gut ein Drittel aller Einwohner (35 Prozent) haben ausländische Wurzeln.

Zuletzt war Berlin stetig gewachsen, und zwar um bis zu 60.000 Bewohner jährlich. Diese Entwicklung erhöhte den Druck, genügend Wohnungen, Schulen, Kitas oder Verkehrsinfrastruktur vorzuhalten.