Rom - Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach Medienberichten das Krankenhaus in Monaco wieder verlassen. Dort war der Chef der konservativen Forza Italia diese Woche wegen Herzproblemen eingeliefert worden. Wie die Nachrichtenagentur Ansa am Freitag schrieb, habe es sich um Kontrolluntersuchungen gehandelt. Forza-Gründer Berlusconi hatte im Juni 2016 eine künstliche Herzklappe bekommen. Der 84-Jährige kämpft immer wieder mit gesundheitlichen Problemen, ist aber politisch weiter aktiv. Seine Partei ist aktuell in Rom in der Opposition.

Berlusconi selbst veröffentlichte in der Zeitung Il Giornale am Freitag einen Brief an die „Delegierten und Kandidaten“ des CDU-Parteitags in Deutschland mit einem Appell zum europäischen Zusammenhalt in der Corona-Krise. „Angesichts der vielen Herausforderungen, die uns heute erwarten, müssen wir unsere gemeinsame Arbeit stärken“, schrieb der Forza-Chef mit Blick auf die Zusammenarbeit seiner Partei mit der CDU/CSU in der Europäischen Volkspartei (EVP) in der EU.

„Wir müssen den Bürgern ein Europa geben, auf das sie stolz sein können. Das ist das Wichtigste“, so Berlusconi weiter. Die Corona-Krise zeige, dass „nationale Selbstsucht“ kein Weg zu Lösungen sei. Die CDU will bei ihrem zweitägigen Online-Parteitag, der bis Sonnabend läuft, über einen neuen Vorsitzenden abstimmen.

Die Zeitung Il Giornale mit Sitz in Mailand ist im Besitz von Berlusconis Familie. Nach Angaben des Blattes begab sich der Ex-Premier am Freitag zu Familienangehörigen in der Küstenregion um das französische Nizza.