London - Der Corona-Lockdown macht auch Haustieren zu schaffen. Wie die britische Tageszeitung Mirror berichtete, ist besonders bei Katzen das Stresslevel gestiegen. Seitdem viele Menschen im Homeoffice arbeiten, sollen laut Tierschützern immer mehr Tiere wegen psychischer Probleme zum Tierarzt gebracht worden sein. 

„Katzen sind Gewohnheitstiere“, so eine Sprecherin der Wohltätigkeitsorganisation für Katzen, Cats Protection. Ein plötzlicher Wandel der Routine setze die Tiere unter enormen Stress. Sie könnten sich nicht mehr von ihren Besitzern und dem damit verbundenen Lärmpegel erholen.

Antidepressiva können Katzen helfen

Eine gestresste Katze lasse sich vor allem durch besonders lautes und häufiges Miauen, aggressives Verhalten oder Verstecken erkennen. Auch in den sozialen Medien berichteten Katzenbesitzer von den Diagnosen ihrer Haustiere. Die Tierärztin und Verhaltensmedizinerin Dr. Emmanuelle Titreux berichtete gegenüber dem Magazin Vice von einem Anstieg auffälligen Verhaltens bei Katzen: „Seit dem ersten Lockdown haben wir eine Menge Katzen gehabt, die gegenüber ihren Haltern aggressiv geworden waren.“ Es sei für die Tiere schwer, den ganzen Tag mit ihren Besitzern in der Wohnung zu sitzen. „Einige Katzen haben wirklich die Schnauze voll von Menschen“, so Titreux.

Von Depressionen könne allerdings nicht die Rede sein. Eine Lösung, die bei allen Tieren helfe, gebe es nicht, sagt Titreux. Manchen Katzen helfe ein Antidepressivum, das in Deutschland unter dem Namen Fluoxetin auf dem Markt ist. Den Vierbeinern könne eine Veränderung der Umgebung helfen sowie Rücksichtnahme auf Ruhephasen.